Kukulies will Radfahrer auf dem Eltenberg „lenken“

So sieht die bisher geplante Radstrecke für Mountainbiker auf dem Eltenberg aus.
So sieht die bisher geplante Radstrecke für Mountainbiker auf dem Eltenberg aus.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Soll es eine ordentliche Strecke für die Mountainbike-Fahrer auf dem Eltenberg geben? Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Der TV Elten will die Radfahrer mit einem Angebot „lenken“.

Elten..  Die Argumente sind ausgetauscht. Doch eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht, wenn es um eine angestrebte ordentliche Strecke für Mountainbike-Fahrer auf dem Eltenberg geht. Der TV Elten mit Vereinsboss Christoph Kukulies an der Spitze stieß in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit der Nabu, den Baumfreunden Emmerich und auch Flächenbesitzer Klaus Romen-Naegel auf reichlich Kontra-Argumente.

Konfliktpotenzial minimieren

„Letztendlich“, so fasst Kukulies nun den Stand der Dinge gegenüber der NRZ zusammen, „läuft alles auf diese beiden Frage hinaus: Verbieten wir allen Radfahrern den Eltenberg? Oder versuchen wir die Dinge so zu lenken, dass das durch wilde Mountainbike-Fahrer hervorgerufene Konfliktpotenzial im Wald minimiert wird?“

Bisher nutzen Wanderer, Rad- und Mountainbike-Fahrer oder auch Reiter die vorhandenen Wege gemeinsam. Wobei die Sektion der Freerider unter den MTB-Pedaltretern sich viel lieber querfeldein und möglichst nur steil bergab brausend bewegt. Sprünge inklusive. Um das Adrenalin anzukurbeln. Das Naturerlebnis spielt im Vergleich mit der sportlichen Herausforderung keine größere Rolle. Freigelegte Baumwurzeln, wie sie in diversen Videos einer Eltenberg-Strecke zu sehen sind, rufen allerdings zwangsläufig die Naturschützer auf den Plan.

Christoph Kukulies sowie seine Eltener Klub-Mitstreiter Christoph Müller und Willem In’t Veld haben nun eine Rundstrecke erarbeitet. 13,5 Kilometer lang. Im Einklang mit der Natur, heißt es. Eine vorläufige Planung als Diskussionsgrundlage, die nicht in Stein gemeißelt sei. Allerdings fast zehn Kilometer über das Grundstück von Klaus Romen-Naegel verläuft. Was den Werbeagentur-Experten nicht in Begeisterung versetzt.

„Ich kann Romen-Naegels Position voll verstehen. Die Frage ist nur, wie man dauerhaft ein Fahrrad-Verbot in seinen Zonen auf dem Eltenberg kontrollieren soll“, sagt Kukulies. Der hängt seine Interpretation gleich hintendran: „Es wird allein wegen Personalmangel nicht funktionieren. Und man wird sich alle paar Wochen wieder aufs Neue ärgern. Ich bin eher dafür, den Strom der Radfahrer zu lenken, die eh den Eltenberg nutzen. Gibt es eine klare Strecke, für die der Bedarf auch vorhanden ist, halten sich vermutlich viele dran und nehmen andere vielleicht auch mit.“

Die Schweizer Firma Velosolutions bot sich bereits an, bei der Planung fachmännisch mitzuwirken. Was allerdings kostet. „Als TV Elten können wir einen vierstelligen Euro-Betrag nicht stemmen. Dafür brauchen wir Sponsoren, Euregio- oder auch EU-Gelder, die aus Sportfördertopfen kommen könnten“, betont Kukulies.

Letztere Unterstützung gäbe es wohl aber nur, wenn auch eine grenzüberschreitende Kooperation mit Montferland hergestellt würde. In den Niederlanden ist genau aus dem Problem des „wilden Mountainbike-Fahrens“ eine ordentliche Strecke entstanden. Die darf jeder zum Preis von sieben Euro nutzen. Strafgelder allerdings inklusive, wird man ohne Plakette am Rad erwischt.

Christoph Kukulies hofft auf eine Lösung jenseits des Verbots: „Ohne die wird das Thema Mountainbiken auf dem Eltenberg immer Konfliktpotenzial bergen.“ Seine Zeitschiene ist dabei grob: „Wenn es in fünf Jahren eine Strecke gäbe für alle, die sich im Wald bewegen wollen, wäre das toll.“

Übrigens:

Eine neue Problematik, was die mögliche Mountainbike-Strecke auf dem Eltenberg anbetrifft, sind die dort gefundenen Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg. Diese sind geschützt und dürfen daher auch nicht angetastet werden.

Vorwiegend Sonntagvormittag sind Radfahrer auf dem Eltenberg unterwegs. Besonders beliebt ist bei Freeridern die wilde „Wasserschlucht-Strecke“, die allen Naturliebhabern aufgrund sichtbarer Bodenerosion Tränen in die Augen treiben dürfte.