Kritisch-konstruktives Gespräch

Rees..  Offen, aber auch kritisch-konstruktiv – so bezeichnete Bürgermeister Christoph Gerwers das Gespräch mit Anwohnern der Straßen Groiner Kirchweg und Zur Windmühle. Das bestätigte auch Tim Terhorst, der beim gestrigen Pressegespräch als Sprecher der Nachbarn anwesend war. „Wir sind nicht begeistert, haben uns aber entschieden, das mitzutragen und zu helfen“, habe, so Gerwers, das versöhnliche Schlusswort der Anwohner gelautet. Diese sollen bereits angeboten haben, den Flüchtlingen Deutschunterricht zu erteilen. Am Mittwochabend waren die Anrainer der früheren Fachklinik Horizont über die Pläne der dortigen Erstaufnahme-Einrichtung informiert worden.

„Deutlich zu spät“, wie Terhorst betonte. Eine Position, der der Bürgermeister mit den Worten „Es ging nicht schneller“ widersprach. In einem anderen Punkt seien die Nachbarn aber beruhigt worden, so der Sprecher. „Das Konzept scheint uns eine menschenwürdige Unterbringung zu garantieren“, fuhr er fort. Auch die Betreuung der Flüchtlinge rund um die Uhr wie auch die Möglichkeit, als Nachbarn ebenfalls rund um die Uhr einen Ansprechpartner in der Einrichtung zu haben, lobte Tim Terhorst ausdrücklich.

Geeinigt hat man sich auf Anregung der Nachbarn auf die Einrichtung eines runden Tisches. Alle Beteiligten sollen dabei regelmäßig mit den Anrainern zusammenkommen, um mögliche Probleme im Vorfeld aus dem Weg zu räumen.

Deutliche Kritik von den Nachbarn gab es an der seitens der Stadt angedachten Folgenutzung der Erstaufnahme-Einrichtung als Notunterkunft für Asylsuchende. „Wir stützen unsere Sorgen auf Polizeistatistiken, die uns vorliegen und die wir den Entscheidungsträgern auf Anfrage gern zur Verfügung stellen“, sagte Terhorst und schickte gleich eine Warnung nach: „Gegen den Plan einer Notunterkunft auf dem ehemaligen Klinikgelände behalten wir uns rechtliche Schritte vor.“