Kranspektakel an der Promenade

Hier wird die Brücke auf dem Treidelpfad abgelegt. Sie wird zur Untersuchung abgeholt, wenn die Genehmigung zum Schwertransport vorliegt.
Hier wird die Brücke auf dem Treidelpfad abgelegt. Sie wird zur Untersuchung abgeholt, wenn die Genehmigung zum Schwertransport vorliegt.
Foto: FUNKE Foto Services

Emmerich..  „Ich dachte, der bringt uns jetzt die Brötchen“, sagte ein Mann von seinem Balkon an der Rheinpromenade. Denn plötzlich begegnete ihm am Montagmorgen der Arm eines Krans auf Augenhöhe. Ja, Rosenmontag ist kein Schontag. Nachdem am 2. Februar das Motorschiff „Undine“ in den Steiger am Pegelhäuschen krachte, musste gestern das Ponton samt beschädigter Brücke aus dem Wasser entfernt werden. Am Freitag wurde festgestellt, dass das Ponton weiter abgesackt war. Die Brücke hätte reißen und das Ponton sich lösen können. Es herrschte Gefahr in Verzug.

Zentimeter-Arbeit war gefragt

Somit konnten die Mitarbeiter der Firma Schmitt Boote und Schwimmende Anlagen (SBS) aus Andernach kein Rosenmontag feiern. Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt war vor Ort. Bürgermeister Johannes Diks verfolgte die „Rettung“ aus nächster Nähe.

Es ist keine leichte Aufgabe ein 20 Tonnen schweres Ponton zu bergen. Ein Kran muss her. Und den lieferte die Firma Schares aus Bocholt. Zentimeter-Arbeit war gefragt, als sich der rote „LTM 1200“ durch die Rheinpromenade schlängelte, Laternen und Statuen auswich und sich vor dem Steiger platzierte. Auch dies stellte kein leichtes Unterfangen dar, weil der Kran perfekt ausgerichtet werden musste. Abflusskanäle unter dem Boden wurden vermieden. Sie hätten dem Gewicht des Kranes nicht Stand gehalten. Zusätzlich montierten die Kranführer Gewichte an den Standfüßen und der Krankabine des Fahrzeugs um für die Belastung gewappnet zu sein.

Schnell sammelten sich einige Schaulustige, die den ausfahrenden Arm des Kranes bestaunten. „Wir heben die Brücke landseitig an und drehen sie raus“, erklärte Matthias Schmitt, dessen Firma SBS den Steiger einst errichtete. Gegen 13 Uhr war es endlich soweit. Der mächtige Arm des „200 Tonners“ wurde zum Ponton ausgefahren, „welches selbst wahrscheinlich kaum Schaden vom Unfall genommen hat“, so Schmitt. Die Brücke allerdings ist verdreht und verbeult. Zuerst wurden beide Teile voneinander getrennt, sodass das Ponton sicher abtransportiert werden konnte. Unter Begutachtung der Polizei und der Schaulustigen konnte es erfolgreich auf die „Grieth“, ein Schiff vom Wasser- und Schifffahrtsamt, verlagert werden. Es wurde in den Emmericher Hafen gebracht.

Sichtlich zufrieden schien Bürgermeister Diks, als der Schwimmkörper von seinem Ufer entfernt wurde. „Am wichtigsten ist die schnellstmögliche Entsorgung, damit es keine Gefahr mehr gibt.“ Zumal ja bald die Saison losginge und bis dahin solle der Steiger repariert sein, meinte der Bürgermeister.

Die verbeulte Brücke liegt nun am Treidelpfad vor dem Pegelhäuschen. Zunächst. Denn es muss eine Genehmigung für einen Schwertransport eingeholt werden, bevor diese abgeschleppt werden kann. Dann kommt womöglich der rote Riese wieder. Und vielleicht denkt der Kranführer ja dann an Brötchen für die Nachbarn...

Ein Motorschaden der mit Sand beladenen „Undine“ verursachte den Unfall. Dieser machte das Schiff manövrierunfähig, was zur Kollision führte.

Ein anderes Güterschiff kam der Undine zur Hilfe, schob es gegen den Steiger und bewahrte es so vor den gefährlichen Felsen am Ufer der Promenade.