Kolpinghaus braucht neue Pächter

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2013: Schon damals rumorte es zwischen den Kolpinghaus-Wirtsleute Stephan und Alexandra Kroes auf der einen Seite und dem Kolpinghaus-Vereinsvorstand auf der anderen Seite.
Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2013: Schon damals rumorte es zwischen den Kolpinghaus-Wirtsleute Stephan und Alexandra Kroes auf der einen Seite und dem Kolpinghaus-Vereinsvorstand auf der anderen Seite.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Wirtsleute Stephan und Alexandra Kroes haben in Elten zum Jahresende gekündigt. Grund dafür sind atmosphärische Störungen mit dem Hausvorstand

Elten..  Die Angst geht um bei Vereinen in Elten. Bei Schützen, Karnevalisten und Musikanten. Die Angst nämlich, dass man irgendwann heimatlos werden könnte. Denn Fakt ist: Stephan und Alexandra Kroes haben ihren Pachtvertrag im Kolpinghaus Elten zum Jahresende gekündigt. Und: Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Was sind die Gründe für die Beendigung des Vertragsverhältnisses? An der beruflichen Doppelbelastung von Stephan Kroes, an der Höhe der Pacht oder an den leidigen Nebenkosten scheint es nicht zu liegen. Eher schon am Atmosphärischen. Der Haussegen zwischen dem Pächter-Ehepaar und dem Hausvorstand hängt schief. Und es sieht nicht danach aus, als ob es diesmal wieder ein Happy End geben könnte wie vor zwei Jahren, als es schon einmal gründlich schepperte.

Damals rauften sich die handelnden Personen zusammen und versuchten es noch einmal miteinander. Nun der Bruch, der wohl nicht mehr zu kitten ist, wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht. Zu sehr scheint das Vertrauensverhältnis lädiert zu sein. Eine Entwicklung, die vor allem die Schützen bedauern, die jedenfalls voll des Lobes über die Wirtsleute sind.

Vereine nicht im Stich lassen

„Stephan Kroes hat den Vertrag zum Jahresende gekündigt“, bestätigte Heinz Loock, der Vorsitzende des Kolpinghaus-Vereins, auf Nachfrage der NRZ. Dass das Kolpinghaus, das mit seinen vier Sälen und dem Schießstand geselliger Mittelpunkt im Silberdorf ist, länger leer stehen könnte und die Vereine sich anderwärts orientieren müssten, das erwartet Heinz Loock nicht: „Wir suchen einen neuen Pächter“, sagte er zur NRZ.

Der Verein hat auf diesem Feld in den vergangenen elf, zwölf Jahren reichlich Erfahrung sammeln können: Weyenbarg, Kresimon, Hottgenroth und seit Anfang 2011 Kroes – so richtig lange hat es keiner am Zapfhahn ausgehalten. Die Zeiten eines Wirtsehepaares vom Kaliber Heinz und Rosi Dammers, die 23 Jahre das Kolpinghaus managten, sind lange vorbei.

Stephan Kroes habe versprochen, den Verein nicht im Stich zu lassen, wenn Not am Mann sei, so Loock. Was Kroes bestätigt: „Wenn sie noch keinen Neuen gefunden haben, würden wir noch ein paar Monate verlängern.“ Zum Kolpinghaus gehört auch eine zirka 85 Quadratmeter große Wohnung, die Kroes untervermietet hatte. Die Mieterin soll inzwischen auch schon gekündigt haben.

Stephan Kroes wirft dem Vereinsvorstand vor, Vertragsbedingungen nicht einzuhalten. So sei etwa vor zwei Jahren vereinbart worden, als es schon einmal rumorte, die Toilette im Gastraum zu sanieren. Was aber nicht passiert sei. Es gebe noch mehr Gründe, über die er aber nicht reden wolle. „Irgendwann verliert man die Lust daran“, sagt Kroes. Und scheint inzwischen resigniert zu haben.

Pikant: Stephan Kroes entstammt selbst der Kolping-Jugend. Als 2006 Reibereien mit den damaligen Wirtsleuten hochkochten, sprang er Gerd und Gertrud Kresimon bei. „Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden“, hatte er den streitenden Parteien damals geraten.