Kieferbruch nach Schlag

Emmerich..  Daran, dass er die Tür geöffnet hat, erinnert er sich noch. Was dann geschehen ist, weiß das 56-jährige Opfer dann nicht mehr. An Tritte gegen sein Gesicht während er am Boden lag, kann er sich erinnern. Und auch, dass er in zwei Krankenhäusern war. Denn das, was da am 7. März vergangenen Jahres geschehen ist, hat den Emmericher einen gebrochenen Kiefer und Probleme am Auge beschert. Sein 60-jähriger Nachbar – der zumindest einige Faustschläge gegen den 56-Jährigen einräumte – musste sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Auch wenn er in Notwehr gehandelt haben will. Richterin Dr. Christiane Schmitz verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je zehn Euro.

Schon in der Vergangenheit – das sagen Opfer als auch Angeklagter unisono – sei es immer wieder zu verbalen Streitigkeiten zwischen ihnen gekommen. Auch an diesem Tag hätte das Opfer ihn mit „übelsten Beschimpfungen“ terrorisiert. Genau erinnern kann sich das Opfer daran nicht. Nach Feierabend hatte er einiges getrunken, gab er an. Dass die Erinnerungslücken nur daher rühren, glaubte der Staatsanwalt nicht. „Sie haben doch Angst“, sagte er in Richtung des Opfers, der aber darauf nicht eingehen wollte.

Sein Nachbar habe ihm als er ihn zur Rede stellen wollte zunächst zwei Schläge verpasst, so der Angeklagte. Er habe Angst gehabt und sich nur wehren wollen. Seine Faustschläge stritt er nicht ab. Auch, dass er sie vielleicht aufgrund der Streitigkeiten nicht hätte dosieren können. Leid, täten sie ihm aber nicht. „Das war reine Notwehr.“ Das sah die Richterin anders. „Es hätte andere Möglichkeiten gegen einen Betrunkenen gegeben“, so Schmitz.