Kids gehen freiwillig auf den „OP-Tisch“

Foto: Funke Foto Services

Emmerich..  Alexandra legt sich auf den „OP-Tisch“. Völlig entspannt. „Du hast keine Platzangst, ne?“, fragt die „plastische Chirurgin“, Petra van Aken-Schmenk. Die zehnjährige „Patientin“ schüttelt den Kopf. Ihr wird jetzt ein neues Gesicht verpasst...

3D-Gipsbilder gestalteten am Dienstag knapp 20 sieben- bis zwölfjährigen Kinder im Rahmen des Ferienprogramms beim Jugendcafé am Brink (Juca). Als Modelle dienten Hand, Fuß oder eben das Gesicht wie bei Alexandra. Die Gipsabdrucke sollen heute bemalt werden und werden dann an einer Platte befestigt. In Zukunft sollen diese individuellen und persönlichen Kunstwerke eine Wand im Juca verschönern.

Petra van Aken-Schmenk taucht die kleinen Gips-Scheibchen in warmes Wasser und legt eine nach der anderen auf Alexandras vor Vaseline glänzendes Gesicht. Das Gips wird sofort weich und passt sich den Gesichtskonturen an. Augen und Nase lässt die Kursleiterin frei, damit das Mädchen noch atmen kann.

Und? Wie fühlen sich die Flatschen auf dem Gesicht an? „Normal“, sagt Alexandra ganz cool. Erst ist der Gips kalt, dann, so van Aken-Schmenk, wärme er sich auf. Zwischendurch ruft sie den anderen „Chirurgen“, die sich um Hände kümmern, zu: „Macht keine Armbänder, sonst kommen sie nicht mehr heraus.“ Die eigentlich kindliche Hand von Joshua (10) am Nebentisch sieht inzwischen aus wie eine Pranke.

Schnell trocknet der Gips auf Alexandras Gesicht wieder. Fünf Minuten, dann ist es eine feste Maske, die van Aken-Schmenk vorsichtig abnimmt. „Ah, hell!“, ruft die Zehnjährige. Eines der größeren Mädchen schultert sie und trägt sie ins Bad, wo ihr die Reste aus dem Gesicht gewaschen werden. Es brennt ein bisschen. Aber was tut man nicht alles für die Kunst...

Das Ferienprogramm erfreut sich auch diesmal großer Beliebtheit. Am Donnerstag steht Batiken an. Interessierte können ohne Anmeldung ab 13 Uhr kommen und sollten ein helles, gewaschenes T-Shirt mitbringen, das dann gestaltet wird.