Keine Gabionen im Vorgarten

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Rees..  Der Niederrheiner mag sich nicht in die Kaffeetasse gucken lassen, insbesondere wenn sie auf seiner Terrasse steht. „Käfighaltung“ nannte der Fraktionschef der Grünen, Helmut Wesser, in der Bauausschusssitzung die von den Eigentümern bevorzugte blickdichte Einzäunung der Gärten. Dabei missfallen ihm besonders Gabionen, mit Steinen gefüllte Metallzäune.

In der Sitzung stand die Änderung der Gestaltungssatzung für den Bebauungsplan Op de Queckvoor auf der Tagesordnung. Bislang dürfen seitliche und rückwärtige Grundstücksgrenzen nur mit einer maximal 1,20 Meter hohen Einfriedung versehen werden. Im Vorgarten sind nur Holzzäune oder Naturhecken von bis zu 90 Zentimetern Meter erlaubt.

„Tatsächlich ist es aber so“, erläuterte Bauamtsleiterin Elke Strede, „dass zahlreiche Eigentümer unerlaubt Sichtschutzzäune erstellen.“ Zäune an den Grenzen bis zu zwei Metern seien keine Seltenheit. Die Stadt habe keine Möglichkeit, dieses zu ahnden, da die Aufsichtsbehörde, der Kreis Kleve, diese Missachtung nicht verfolgt. „Sie nennen unsere Satzung ‘Pingelskram pur’“, gab Strede wieder. Der Kreis habe Wichtigeres zu tun, als in Rees Zäune nachzumessen, war zwischen den Zeilen zu lesen. „Noch gilt die Kraft des Faktischen, dann müssen wir strengere Mittel dem Kreis gegenüber anwenden“, ereiferte sich Helmut Wesser. „Was für die Stadt als untergeordnete Behörde wohl kaum möglich ist“, wurde ihm von Ausschussmitgliedern in Erinnerung gerufen. Vielmehr mache es Sinn, den Antrag, den Grundstückseigentümer in der Queckvoor gestellt haben, gut zu heißen: Die Satzung soll derart geändert werden, dass für den seitlichen und rückwärtigen Bereich, der nicht an eine öffentliche Verkehrsfläche grenzt, eine Einfriedung bis zu 1,80 Meter zugelassen wird, ohne Material-Vorgaben. Die Höhenbegrenzung im Vorgartenbereich soll allerdings bleiben. Es muss nicht mehr zwangsläufig ein Holzzaun sein, aber Mauern und Gabionen sind nicht erlaubt. Der Ausschuss stimmte der Satzungsänderung einstimmig zu. Zur Sprache kam in dem Zusammenhang die Einfriedung mit Gabionen am Melatenweg/Ecke Reeser Feld. Diese sei zulässig, so Manfred Terwege vom Bauamt, „da es für diesen Bereich keine Gestaltungssatzung gibt.“ Das gleiche gilt für die neuen Gabionen-Einfriedung an der Empeler Straße/Ecke L7. Diese Steinwand wurde als Lärmschutzmaurer errichtet und von der Bauaufsichtsbehörde genehmigt.