Kein Jahr ausgelassen

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Haldern/Emmerich..  Wer kann damit schon aufwarten: Im Jahr 1964 das Abitur gebaut und seither jedes Jahr ein Klassentreffen durchgeführt? Die Abiturienta des Staatlichen Gymnasiums aus Emmerich kann das. Zum 51sten Mal trafen sich jetzt die Herren – dieses Mal in Haldern. Organisiert hatten den Tag, ein Mix aus Geselligkeit und kulturellem Angebot, Johannes Mulder, Rechtsanwalt aus Kleve, und Werner Konnik, pensionierter Konrektor aus Haldern, während seiner Berufsphase in Isselburg tätig.

Austausch bei Kaffee und Kuchen

Zwei Ehemalige hatten wegen einer Urlaubsreise abgesagt, vier sind inzwischen verstorben, aber die übrigen elf fanden sich pünktlich im Bauerncafé Drostenhof ein. Dort stand zunächst einmal der Austausch bei Kaffee und Kuchen im Mittelpunkt. Anwesend auch der ehemalige Mathematiklehrer Eberhard Perrin. Übrigens nicht zum ersten Mal. Er – wie auch inzwischen verstorbene Pädagoge Dr. Bernhard Böckerhoff – hatten schon mehrfach an den Klassentreffen teilgenommen. „Schade, dass Joachim von Bargen nicht kommen konnte“, bedauerte Werner Konnik. Natürlich war auch der Studiendirektor a. D. geladen.

Den Beruf des Lehrers haben die meisten ergriffen. Aber auch ein Veterinär, ein Banker, ein Bundeswehrpilot und ein Theologe gingen aus der Klasse hervor. „Früher hat uns immer Klassensprecher Bernd Terhorst eine Weihnachts- und Neujahrskarte mit der Einladung zum Klassentreffen verschickt“, erinnerte Konnik. Seit Terhorst verstorben ist, organisiert das Trio mit Mulder, Konnink und Theodor Berntsen aus Elten im Wechsel die Klassentreffen.

Zum 50. Treffen im vergangenen Jahr war es aber Siegfried Liedtke, Oberstudienrat, der das Programm zusammenstellte. Eine besondere Herausforderung, weitete man das Treffen damals aufgrund des runden Jubiläums auf drei Tage aus. Besichtigung des Mainzer Doms, Betrachten der Chagall-Fenster in der St. Stephanskirche, eine Führung mit Verkostung in der Kupferberg-Sektkellerei und den Besuch des Gutenberg-Museums standen auf dem Programm. Natürlich gab es auch einen Stadtrundgang, bei dem die Herren die Synagoge besuchten, die mit Kacheln aus Vrasselt (Niederrheinische Bau Keramik, kurz NBK) verblendet ist.

Bis auf Rechtsanwalt Mulder, der noch im Dienst ist, ist die berufliche Laufbahn für alle Vergangenheit. Aber sie erinnern sich noch gern daran. Wie beispielsweise Karl-Wilhelm Noltze, der ehemalige Regierungspräsident von Chemnitz im Freistaat Sachsen, der vorher Regierungsvizepräsident in Leipzig war und davor Polizeivizepräsident in Duisburg. Oder Egbert Ploeger, Pilot bei der Bundeswehr, der Zeit seines Berufslebens alle Bundeskanzler und Präsidenten sicher ans Ziel gebracht hat. „Richard von Weizsäcker saß bei mir im Flieger, Helmut Kohl, aber auch Repräsentanten anderer Nationen“, erzählt er.

In Haldern hatte die Organisatoren des Klassentreffens den Heimatverein Haldern aus Anlass der 975-Jahr-Feier in diesem Jahr mit „ins Boot“ holen können. So referierten Hermann Josef Diehl und Clemens Reinders über den Werdegang des Klosters Schledenhorst und die 600-jährige Geschichte der Zisterzienser.

187-seitiges Manuskript

Das Abendessen wurde im Hotel Lindenhof aufgetischt. Dort traf später Bernhard Uebbing ein, der Vorsitzende des Halderner Heimatvereins, um über Aspel als Ursprung von Haldern zu referieren. Ein Höhepunkt des Tages – schon deshalb, weil das 187-seitige Manuskript vom verstorbenen Klassenkamerad Bernd Terhorst stammt. Ein Manuskript, das dem Heimatverein Haldern noch im Original vorliegt. Weiterhin waren beim Klassentreffen anwesend: Ewald Brammen, Dr. Franz-Josef Franken, Michael Kubesch, Gunter Schonde und Harald Stuckenbrorg. Verhindert waren Norbert Bram und Rainer Vocke.