Kein Ende der Kreidezeit in Isselburg

Foto: sergej lepke
Was wir bereits wissen
FDP-Isselburg würde gern die ersten elektronischen Tafeln in Isselburg installiert sehen. Experten bewerten die digitale Schulausstattung aber als völlig ausreichend.

Isselburg..  Nicht die Kreidezeit verwalten, sondern die digitale Zeitwende einläuten! Das fordert die FDP Isselburg. 10 000 Euro mehr wollen die Freien Demokraten für die mediale Ausstattung der drei Isselburger Schulen in den Haushaltsjahren 2015 bis 2018 locker machen. Unter anderem sollen erste elektronische Tafeln zur Erprobung angeschafft werden.

Darüber hinaus will die FDP im Rahmen der Weiterentwicklung des Medienkonzeptes ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen lassen.

Etat ist ausreichend

Doch, so zeigte sich nun in der jüngsten Schulausschusssitzung, mit diesem Wunsch steht die FDP allein da. Vorerst wird es kein Ende der Kreidezeit in Isselburger Klassenzimmern geben. Und das hat auch seinen Grund, wie Walter Albers, zuständig für die mediale Ausstattung der Schulen, nun den Politikern deutlich machte. Auch wenn es bislang in Isselburg keine elektronischen Tafeln gebe, „so sind die Schulen gut ausgestattet“. Was auch Verbundschulleiter Oliver Tornow bestätigte.

Walter Albers hatte den Politikern einen Sachstandsbericht über den aktuellen Stand in Bezug auf PC und Co. vorgestellt. 10 000 Euro hat er jedes Jahr zur Verfügung, um in Absprache mit den Schulen – also Verbundschule, der Grundschule in Anholt und dem Grundschulverbund Isselschule – deren Bestand zu warten oder auszutauschen. „Und bislang bin ich immer gut mit dem Etat klargekommen.“ Eine Verdopplung, wie von der FDP gefordert, sah er als nicht notwendig an.

Schnell entbrannte in der Politik eine Debatte über die Nutzung digitaler Medien in der Schule. Uwe Übelacker, selbst Pädagoge in Rees, warnte, dass der Markt zwar vieles für das digitale Klassenzimmer biete. Dieses von den Lehrern aber auch genutzt werden müsse. „Und wenn, dann muss der Wunsch zur Digitalisierung aus den Schulen heraus kommen und nicht aus der Politik.“ Auch Dr. Stefanie Krause (CDU) konnte dem Ansinnen der FDP nichts abgewinnen, während Dr. Theodor W. Beine (SPD) anregte, demnächst einen Experten für Medienkonzepte einzuladen, um einmal einen Überblick über die Materie zu bekommen. Doch letztlich lehnte auch seine Partei die Erhöhung des Etats ab.

Verbundschulleiter Oliver Tornow berichtet, dass auch sein Kollegium sich durchaus mit dem Thema elektronische Tafeln beschäftigt hätte. „Doch die Kosten-Nutzen-Relation hat uns nicht überzeugt“, so Tornow. Generell nutze man neue Medien im Unterricht. Und auch spätestens ab der achten Klasse würden die Schüler mit den üblichen PC-Programmen in Kontakt kommen. „Letztlich“, so Tornow, „würde ich mir schon 10 000 Euro mehr wünschen. Doch die würde ich dann viel lieber in eine neue Lehrerstelle investieren als in elektronische Tafeln.“