Kein Abschied vom Papier in Isselburg

Tablet-Computer wird es in Isselburer Ratssitzungen so schnell nicht geben.
Tablet-Computer wird es in Isselburer Ratssitzungen so schnell nicht geben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In Isselburg wird es vorerst keine elektronischen Medien für die politische Arbeit in den Gremien geben. Interesse seitens der Politiker war daran nicht groß genug. Künftige Nutzung aber nicht ausgeschlossen.

Isselburg..  Andere Städte nutzen sie bereits: Tablet-PC für die papierlose Rats- und Ausschussarbeit. Auch in Isselburg sollte das papierlose Zeitalter anbrechen. Zumindest wurde die Stadtverwaltung seitens der Politik beauftragt zu prüfen, ob sich die Anschaffung elektronischer Medien für die politische Arbeit in städtischen Gremien rechnen würde. Das Ergebnis: Die Isselburger Ausschuss- oder Ratsmitglieder werden künftig erst einmal nicht mit Tablet-PC in der Mensa der Verbundschule sitzen. Der Grund: Das Interesse seitens der Politiker die elektronischen Medien auch tatsächlich zu nutzen, ist bislang noch zu gering. Die Fraktionsvorsitzenden hatte das Interesse daran abgefragt. Vor allem in der CDU und SPD hatten nur nahezu die Hälfte bekundet, Tablet-PC für ihre Arbeit in den Gremien nutzen zu wollen.

Verwirrende Kostenaufstellung

Doch auch die Kostenseite sprach nicht unbedingt für die Anschaffung In ihrer Sachdarstellung rechnete die Stadtverwaltung vor, dass sich die Kosten für 35 Tablets der Marke Apple inklusive Lizenzen und Co. im Anschaffungsjahr auf rund 22 000 Euro belaufen würden. Die jährlichen Folgekosten bezifferte die Stadtverwaltung dann mit rund 6500 Euro. Ebenfalls wurde ein Durchschnittswert ermittelt, was im Vergleich dazu die Herstellung der Sitzungsunterlagen in Papierform kostet. Personal-, Papier-, Kopier- und Portokosten ergaben hier Ausgaben im Jahr in Höhe von rund 4000 Euro. Kein Wunder also, dass die Stadtverwaltung vorschlug aufgrund fehlender finanzieller Mittel auf die Anschaffung der elektronischen Medien für die politische Arbeit zu verzichten. Für Kevin Schneider (FDP), der das Thema Tablet in Ratssitzungen schon 2013 aufs Tableau gebracht hatte, gab es einige Ungereimtheiten in der Kostenaufstellung seitens der Stadt. Er unterstrich daher: „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit den elektronischen Medien effizienter und kostengünstiger arbeiten können.“ Die CDU hingegen lehnte die Anschaffung ab. Gleichwohl Fraktionschef Frank Häusler hervorhob: „Wir wollen sie jetzt noch nicht, gleichwohl wir wissen, dass sie sicher irgendwann kommen werden.“ Die Fraktion der Grünen hätte gern künftig mit Tablets gearbeitet. „Doch letztlich ist natürlich ausschlaggebend, wie viele Politiker insgesamt hätten damit arbeiten wollen“, so Markus Hötten. Auch die Sozialdemokraten lehnten das papierlose Arbeiten – vorerst – ab. Kevin Schneider konnte da nur konstatieren: „Ich denke, das ist eine Resignation der neuen Technologien gegenüber.“

Wie es auch sei: Das Ende der Papierzeit in Isselburg ist noch nicht eingeläutet. Vorerst.