Karneval zum Trotz: St. Vitus voller Bach-Fans

Hochelten..  Eine Überraschung erwartete die Besucher des Kantatenkonzertes des Bach Collegiums Rhenanum in der St.-Vitus-Kirche Hochelten am Tulpensonntag. Wer dachte, an einem solchen Tag nur wenige Musikfreunde hier anzutreffen, wurde eines Besseren belehrt. Eine Viertelstunde vor Beginn war das Mittelschiff besetzt, auf der Orgelbühne war ebenfalls kein Platz frei.

Die Erklärung für den großen Zuspruch lieferte Pater Karl Heinz Fischer bei der Begrüßung: „Das BCR hat schon seit 2012, dem Jahr seines ersten Auftritts in der St.-Vitus-Kirche, mit seinen Konzerten einen so hohen Leistungsstand gezeigt, dass Bach-Liebhaber aus der Region Emmerich, Kleve und dem niederländischen Grenzgebiet regelmäßig hierhin kommen. Dazu kommt die anerkannt gute Akustik in der Kirche.“

Meister ihrer Instrumente

Bei diesem Konzert stand der instrumentale Aspekt im Vordergrund, wurde abschließend aber durch eine Bach-Kantate abgeschlossen. Hans Linnartz, Leiter des Ensembles, er-klärte wesentliche Merkmale der Konzertbeiträge. Mit zwei Werken Bachs für drei Gamben (Praeludium BWV 869 und Fuge BWV 883) begann das fast 90 Minuten dauernde Konzert. Besonders schön erklärte Linnartz den Aufbau der Tripelfuge mit drei Themen, die auch einzeln vorgestellt wurden. Karin Boers, Uta Rode und Winfried Kessler-Rode erreichten mit ihrem Spiel sicher bei vielen Zuhörern einen Einblick in den Aufbau der Werke.

Zwei solistische Bachwerke schlossen sich an. Anna Hendriksen (Flauto Traverso) und Johanna Rode (Violine) entpuppten sich als wahre Meister auf ihrem Instrument. Linnartz wies dabei auf einen besonderen Akzent zwischen Flöte und Violine hin. Während eine Violine eine einfache Mehrstimmigkeit spielen kann, hat die Flöte bei diesem Versuch kaum Chancen. Die Flötistin kann wohl versuchen, die tiefen Töne etwas länger zu halten und die hohen Töne kürzer zu spielen.

Mit der fünfteiligen Kantate „Non sa che sia dolore“ BWV 209 für Sopran, Flauto Traverso, Streicher und Basso Continuo erfreute das Ensemble seine Gäste zum Abschluss mit einem stimmigen Instrumenten-klang, dem die Sopranstimme von Karin Schulte als glänzendes Solo hinzugeführt war. Schade nur, dass die Stimme mitunter von den Instrumenten überlagert war.
Das nächste Konzert: Sonntag, 22. März, 15 Uhr, Willibrordkirche Kellen. Programm: Matthäus-Passion von Bach. Karten gibt’s ab 2. März beim Buchhandel Ressing in Emmerich. Preis: 15 Euro.