Kao: Leckage führte offenbar zu Schwelbrand

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Emmerich..  Wenn bei einem Chemie-Unternehmen etwas anbrennt, ist die Umgebung doppelt alarmiert. Wie Samstagfrüh bei Kao Chemicals. Gestern reichte Betriebsleiter Herbert Tripp einige Fakten zu dem Vorfall auf dem Werksgelände an der Kupferstraße nach (wir berichteten).

Danach war um 5.20 Uhr am Behälter B 867 der Produktionsanlage zur Herstellung von Tertiären Aminen (TAP-1 und TAP-2) eine Rauchsäule entdeckt worden. Der Tank enthält den Abfallstoff Pitch aus der Destillation dieser Produktionsanlage, der dort bei zirka 100 Grad Celsius gelagert wird.

Die Mitarbeiter der Produktion vermuteten einen Isolierschwelbrand, möglicherweise durch Austritt von Pitch, die Ursache war unklar. Es wurden keine offenen Flammen gesehen. Umgehend wurden Gegenmaßnahmen getroffen: Kühlung durch Wasser an der Tankstelle mit der Rauchentwicklung, Stilllegung der Anlage TAP-1 sowie der Nebenanlage TAP-2.

Außerdem wurde die elektrische Beheizung des Tanks ausgeschaltet, um nicht weiter Energie zuzuführen.

Die Feuerwehr wurde vorsichtshalber alarmiert, weil der Tank nicht so leicht zu erreichen war. Die Rufbereitschaft von Kao traf um 6.20 Uhr auf dem Betriebsgelände ein, auch die Bezirksregierung in Düsseldorf wurde informiert. Nach der Kühlung stellten die Feuerwehrleute mit einer Wärmebildkamera fest, dass der Schwelbrand gestoppt war.

Bürgermeister war auch vor Ort

Die derzeit „wahrscheinlichste“ Ursache ist eine Dichtungsleckage am Zuleitungsrohr des Pitch-Tanks, so gestern Betriebsleiter Herbert Tripp, der am Samstag ebenso vor Ort war wie Bürgermeister und Ordnungsamt. Weitere Untersuchungen liefen zur Zeit noch.

Die Feuerwehreinsatzleitung gab um 8.45 Uhr die Schlussmeldung an die Bezirksregierung ab. Alle Feuerwehrfahrzeuge verließen das Gelände gegen 9.35 Uhr.