K(l)eine Lösung für das Reeser Meer

Tauchen beim Reeser Ruderverein
Tauchen beim Reeser Ruderverein
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
CDU Fraktion hat die Verwaltung gebeten, einen Sachstand über die Entwicklung des Freizeitgebietes zu geben und eine Kostenanalyse zu erstellen.

Rees..  Mit Interesse hat die CDU Fraktion die Berichterstattung über den Tag der offenen Tür des Rudervereins am Reeser Meer verfolgt und erfahren, dass die Reeser Bevölkerung durchaus eine Freizeit-Nutzung des Geländes befürwortet. Die sogenannte kleine Lösung für Aktivitäten, wie ein Strandbad mit Restauration, kann sich auch die CDU Fraktion im Stadtrat sehr gut vorstellen.

Vor diesem Hintergrund hat sie einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung geschickt mit der Bitte um eine Stellungnahme zum derzeitigen Gesprächsstand mit möglichen Investoren und zudem eine Kostenaufstellung für eine kleine Lösung, vergleichbar mit der Einrichtung des Strandbades Millinger Meer.

In den vergangenen vier Jahren, so die Stadtverwaltung, habe es immer wieder Anfragen von Projektentwicklern und Investoren gegeben, die sich für eine Entwicklung des Gebietes interessieren. „Auch aktuell finden Gespräche statt, die allerdings erst ‘anverhandelt’ sind und noch keine konkreten Ergebnisse zulassen“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage zur kommenden Haupt- und Finanzausschusssitzung.

Eine kleine Lösung gibt es weder zum Nulltarif noch in einem unkomplizierten Verfahren. Grobgeschätzt, so die Verwaltung, werden 1,515 Millionen Euro anfallen für die Errichtung des Strandbades mit Restauration, Umkleidekabinen, Terrasse mit Sonnenschutz, Wintergarten, Sanitär, Duschen, Behindertenumkleidung, Lagerraum, Bodenplatte oder Bohrpfählen, Zufahrt, Parkplatz, Fahrradstellplätze, Wasser- und Stromzuleitung, wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren für Schwimmerlaubnis, Umweltbericht, Prüfung FFH-Verträglichkeit, Standsicherungsgutachten, Errichtung eines Badestrandes, Steg für Badeaufsicht und Bojenkette für Nichtschwimmer. Sollte zudem noch ein Wohnmobilstellplatz geplant werden, kämen 250 000 Euro hinzu, für die Erschließung bis zum Wahrsmannshof weitere 1,5 Millionen Euro, das ergeben laut grober Schätzung insgesamt 3,4 Millionen Euro.

Als kurzfristige Freizeitaktivitäten am Reeser Meer seien derzeit, so die Stadt, nur die des Rudervereins mit Rudern, Segeln und Tauchen möglich. Jede weitere Aktivität erfordere erhebliche und teure Vorplanungen und lasse sich kurzfristig nicht realisieren. Auch wenn eine Realisierung eines Strandbades in kleinen Schritten denkbar wäre, müsse erst ein Gesamtkonzept und eine Gesamtplanung erstellt werden. Denn zu einer soliden Finanzierung müssten auch die Folgekosten geschätzt werden. Und die seien hinsichtlich der finanziellen Situation von Kommunen in NRW schwer umsetzbar, zudem naturschutzfachliche und -rechtliche Belange eines solchen Projektes immer schwieriger würden. In der Sitzung am 16. Juni darf man gespannt sein, wie die Politik auf diese Analyse reagiert.