Jugendhaus in Haldern wird fehlen

Die Infoveranstaltung zum Thema „Aktueller Stand zum Neubau eines Pfarrzentrums und weitere Nutzung des Jugendheims“heims war bestens besucht.
Die Infoveranstaltung zum Thema „Aktueller Stand zum Neubau eines Pfarrzentrums und weitere Nutzung des Jugendheims“heims war bestens besucht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
St. Georg Haldern bekommt ein neues Pfarrzentrum in direkter räumlicher Nähe zum Altenheim St. Marien. Das Haus Wesendonk muss veräußert werden. Jugendheim kann noch acht Jahre lang genutzt werden.

Haldern..  Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Georg Haldern fand klare Worte. „Wir sind als Pfarrgemeinderat mit der Lösung nur bedingt zufrieden“, gab Felix Schöttler zu. Aber, man respektiere das Ergebnis dennoch, um das das Bistum Münster, der Kirchenvorstand St. Georg Haldern und der Pfarrgemeinderat viele Monate lang gerungen hätten. In der gut besetzten Kirche St. Georg referierten jetzt die beiden Kirchenvorstandsmitglieder Theo Kersting und Uli Uebbing zum Thema „Aktueller Stand zum Neubau eines Pfarrzentrums und weitere Nutzung des Jugendheims“.

Ein Multifunktionsraum

Das neue Pfarrzentrum soll an der Gerhard-Storm-Straße mit unmittelbarer Anbindung an das Altenheim St. Marien entstehen. „Dafür wird der heutige Mittelteil abgerissen“, teilte Kersting mit. Hier soll ein abteilbarer Multifunktionsraum für die vielen Aktivitäten der jungen und älteren Gemeindemitglieder entstehen – als Ersatz für den Saal in der 1. Etage im heutigen Pfarr- und Jugendheim Bahnhofstraße. „Bauherr ist nicht das Altenheim St. Marien, sondern die Kirchengemeinde St. Georg“, stellte Kersting klar.

Gleiches gilt auch für das Giebelhaus rechts davon. Auch hier wird es neue Räume für die Gemeinde geben. Ausgenommen ist nur die zweite Etage, in der die Verwaltung des Altenheims St. Marien einziehen wird. Im Erdgeschoss ist die neue Begegnungsstätte inklusive Küche geplant – als Ersatz für das Haus Wesendonk. Bücherei, Besprechungsraum und Pfarrbüro St. Georg werden in die erste Etage ziehen. Das Dachgeschoss ist für die neue Kapelle reserviert. „Sie soll großzügiger als die bisherige werden und bis in den Giebel reichen“, so Kersting.

Das Bistum Münster, so fuhr der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands fort, beteilige sich an der Finanzierung mit 1,2 Millionen Euro, die Gemeinde St. Georg müsse für den neuen Komplex das Haus Wesendonk einbringen, also verkaufen, und zudem aus der Rücklage 150 000 Euro beisteuern.

Neben der Aufgabe von Haus Wesendonk gab es eine weitere bittere Pille zu schlucken. Die Zukunft des Gebäudes an der Bahnhofstraße ist ungewiss. „Aber wir haben die Zusage aus Münster, dass die Jugend das Gebäude bis 2023 nutzen kann“, so Uli Uebbing. „Aber ob das auch für den Saal im Obergeschoss gilt, ist fraglich“, schränkte Kersting ein.

In den acht Jahren müsse eine Lösung für die Jugend gefunden werden. „Wie wir das schultern, wissen wir noch nicht“, gab Kersting zu. Es böten sich aber vielleicht Lösungen mit anderen Trägern, der evangelischen Kirchengemeinde Haldern und dem Jugendhaus Remix an. „Wir sollten aber am Standort Bahnhofstraße festhalten“, so Kersting. Schon weil die Lage ideal sei, allseits akzeptiert und zudem ortsnah.

„Wir investieren in die Senioren, dabei sollten wir doch in die Jugend, unsere Zukunft, investieren“, wurde deutliche Kritik aus dem Kirchenraum laut. „Beim Gemeindezentrum geht es um Räume für die gesamte Kirchengemeinde“, stellten die Vertreter des Kirchenvorstandes klar. Das Konzept zeige aber klar, dass sich Münster von der Jugendarbeit distanziere, kritisierte Stefan Reichmann vom Pfarrgemeinderat. Weil die Diözese für einen Jugendraum kein Geld zur Verfügung stelle, die Gemeinde dies selbst aufbringen müsse, begründete er. „Ich hoffe, dass diese Tatsache nicht irgendwann als Hypothek auf dem Neubau Pfarrzentrum lastet“, sagte er.

Wilhelm Otten vom Kirchenvorstand richtete die dringende Bitte an die Erschienenen, sich um eine Lösung für die Jugend zu bemühen und im Gespräch zu bleiben.

Die grundsätzliche Kritik am Konzept wies Schöttler zurück. „Wir mussten jetzt zeitnah eine Lösung finden“, erinnerte er. Denn werde die angekündigte Fusion mit Rees und Millingen erst Wirklichkeit, sei ein Halderner Pfarrzentrum dieser Größenordnung sicherlich nicht mehr durchsetzbar.