Jeckes Wiedersehen beim Emmericher Lindwurm

Freuen sich auf einen gecken Tulpensonntagszug (v.l.): Günther Gerritsen, Henning Cybulski, Karl-Heinz Reichel und Rolf Stevens.
Freuen sich auf einen gecken Tulpensonntagszug (v.l.): Günther Gerritsen, Henning Cybulski, Karl-Heinz Reichel und Rolf Stevens.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
51 Zugnummern, 1211 Teilnehmer und Augenschmaus beim Jubiläumszug in Emmerich. Jänne Janssen ist zurück. Einziger Wermutstropfen: nur sechs Kapellen.

Emmerich..  Da werden Erinnerungen wach! Vielen zauberten sie ein Schmunzeln ins Gesicht und sorgten für Helau-Rufe noch und nöcher. Mac Button alias Jänne Janssen mit seinem Azubi André Spiertz feiern ein Comeback. Sie sorgten über Jahre hinweg beim Tulpensonntagszug für gute Laune – direkt mit der Zugnummer 1.

Größte Gruppe: Landstreicher

Auch wenn die beiden sich am 15. Februar auf der„Geck-Narrenkappe“(Komitéewagen) durch die City „närrisch kutschieren“ lassen, so werden sie bestimmt mit Gründungsmitglied Gerd Gerritsen einen kritischen Blick auf die neue Nummer 1 im 44. Jubiläumszug wagen. Den bildet das städtische Oberhaupt Johannes Diks. Eigens für ihn wurde ein Wagen von Wolfgang Kilch und Team gebaut. „Das ist für ihn und für uns eine Überraschung“, so Zugleiter Günther Gerritsen schmunzelnd. „Verdonnert“ zu diesem „Wagen-Auftritt“ im passenden Kostüm zum Motto „Party, Power, Charme und Chic – 44 Jahre Jeck auf Geck“ hatte Diks Prinz Michael II., selbst acht Jahre Zugchef, bei der Proklamation.

Wie die NRZ erfuhr, sollen sich die Politiker, die die Wagenwache fürs Stadtoberhaupt bilden sollen, zieren. Ob es somit zu einer von Diks angeordneten jecken „mobilen“ Ratssitzung kommen wird, bleibt abzuwarten. Abwarten können es die „verschlafenen Weihnachtsmänner“, die zum ersten Mal mitmachen, hingegen nicht.

Die größte Truppe mit mehr als 70 Personen stellen die Emmericher Landstreicher, die sich die korrupte FIFA-Bande vorknöpfen. Die stolze Zahl von 60 Teilnehmern zählt der Dornicker Karnevalsverein. „In den letzten Jahre eine feste Größe“, so „Günni“ Gerritsen. Einen wahren Hingucker bieten die Geck-Frauen. Seit gut anderthalb Jahren liefen die Vorbereitungen. 2014 machte sich die Truppe eigens auf den Weg nach Venedig um das venezianische Feeling nun an den Rhein zu holen.

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: Nur noch sechs Musikkapellen sind dabei. Das Emmericher und Praester Blasorchester sagten ab. Zum einen sind es personelle Probleme, die sie plagen. Zum anderen, so Gerritsen und Geck-Sprecher Karl-Heinz Reichel unisono, ist es die laute Musik von den Wagen, die fürs Emmericher Blasorchester einfach nicht tragbar ist. So äußerte auch bei der Zugteilnehmerversammlung im Rheingoldheim Henning Cybulski die Bitte, doch den Aufforderungen der Zugleitung zu folgen und die Musik im Sinne aller „runterzudrehen“.

Apropos Aufforderungen: Das Sicherheitskonzept wird weiter angepasst. So müssen Treckerfahrer stets bei ihren Fahrzeugen bleiben. Das Tragen der Westen für Wagenwachen, die mindestens 18 Jahre sein müssen, ist Pflicht. „Hier gilt null Alkohol“, so Gerritsen. Holzspielzeug als Wurfmaterial ist nicht erlaubt. Für verloren gegangene Kinder wird auf dem Geistmarkt ein Malteser-Zelt aufgestellt.

Den Abschluss des närrischen Treibens bilden Geck- und Prinzenwagen mit Kathi I. und Michael II. Gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar Linus und Melina ist danach After-Zug-Party am Geistmarkt angesagt. Dabei werden viele Vereine und Gruppierungen, die von Anfang an dem Groß Emmericher Carnevals Komitee die Treue halten, für brillante Jubiläumsstimmung bei hoffentlich gutem Wetter sorgen. Ganz nach dem 1972er-Motto „Se könne onsallemoolhmtata“ lassen sich die Alltagssorgen bestimmt vergessen.

Seit Jahren setzt man im Geck auf ein Zugteam, das gemeinsam die Organisation übernimmt. Diesmal sind es neben Günther Gerritsen, Henning Cybulski, der vorneweg stellvertretend für Gerritsen (Garde) laufen wird: Ehrenmitglied Timm Allmacher, Pressesprecher Karl-Heinz Reichel, Ex-Prinz Edgar Kersten, Frank Fingerhut, Rolf Stevens und Oliver Heuss.

Ein Sonderlob: „Henning hat mich in diesem Jahr besonders gut unterstützt“, so der amtierende Zugleiter, der den Posten seit 2011 inne hat. Vor Günther Gerritsenwaren Norbert Gies (im Gründungsjahr), Menne Hortmann (1973-1995), Michael Kühn (1995-2002), Bübchen Schuldt (2002-2007) und Sven Kroker (2007-2011) „Chefs“ des närrischen Lindwurms.