Isselburgerin wegen Diebstahl angeklagt

Das Amtsgericht Bocholt am Benölkenplatz.
Das Amtsgericht Bocholt am Benölkenplatz.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Isselburgerin (22) musste sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor dem Amtsgericht in Bocholt verantworten. Die junge Frau zeigte sich geständig. Drogentherapie statt Geldstrafe.

Isselburg/Bocholt..  Nein. Dass es gemeinsam auf Diebestour durch Isselburg gehen würde, davon will die 22-jährige Angeklagte nichts gewusst haben. Erst als ihr damaliger Freund, ein 36-jähriger Isselburger, mit allerlei Sachen – darunter zwei Motorsägen, Navigationsgeräte und eine Tasche – zu ihrem Auto gekommen sei, da hätte sie gewusst, dass etwas nicht stimmt. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls musste sich die arbeitslose Frau nun vor dem Bocholter Amtsgericht verantworten. Am Ende einigten sich Richterin Tanja Rasche-Iwand und die Staatsanwaltschaft darauf, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Auch wenn die junge Isselburgerin, so die Richterin, „schon einiges auf dem Kerbholz hat“.

Sozialstunden noch abzuleisten

Denn ein bislang makelloses Führungszeugnis kann die 22-Jährige nicht vorweisen. Schon mehrmals stand sie aufgrund von Diebstählen vor Gericht. Eine Geldstrafe muss sie weiter abbezahlen. Zudem muss sie von im November vergangenen Jahres erhaltenen Sozialstunden noch 290 ableisten. Bisher hat sie erst zehn Stunden gemeinnützig gearbeitet. „Da müssen sie sich aber ranhalten“, hatten Verteidiger, Richterin und Staatsanwalt an die junge Frau appelliert, während deren Mutter im Zuschauerraum des Gerichtssaals die Verhandlung verfolgte.

Gestern sollte nun noch eine weitere Verurteilung erfolgen. „Schließlich fährt man nachts nicht einfach so durch die Gegend“, befand die Richterin. In der Nacht auf den 26. April machten die Angeklagte und ihr Freund an vier Häusern in Vehlingen Halt. Am ersten dachte sie noch nichts Böses. An den anderen schon. Als ihr Freund am vierten erwischt wurde, stand sie nichts ahnend am Auto. Natürlich wurden die Hauseigentümer auf sie aufmerksam. So wie auch die hinzugerufene Polizei – schließlich lag ihr Auto voller Diebesgut. „Aus Angst hab’ ich behauptet, ich sei joggen gewesen“, erklärte sie kleinlaut vor Gericht.

Unter Drogen

„Nehmen Sie mir es nicht übel, aber sie sind für ihr Alter sehr unreif“, stellte dann auch Richterin Tanja Rasche-Iwand fest. Ihr Verteidiger unterstrich: „Sie ist ihm wie ein Schaf hinterher getrottet.“ Seine Mandantin sei schließlich generell sehr schüchtern und noch kindlich. Hinzu käme noch ein erschwerender Umstand: In der Vergangenheit hat die Isselburgerin regelmäßig Drogen konsumiert.

Auch in der Tatnacht, wie sie einräumte, während ihr die Tränen die Wangen hinunterflossen. Ihr Verteidiger regte daher an, das Verfahren gegen sie einzustellen gegen die Auflage, ihre bereits angefangene Drogentherapie auch erfolgreich zu Ende zu führen. Der Staatsanwalt drückte „zwei Augen zu“.

Auch die Richterin stand dem Vorschlag offen entgegen. „In der Hoffnung, dass es wirklich das letzte Mal ist und Sie ihre Chance nutzen. Denn Wohnungsdiebstähle sind kein Kavaliersdelikt. Können Sie sich eigentlich vorstellen, wie sich die Eigentümer nach so einem Ereignis fühlen?“, gab die Richterin ihr als Gedanken mit auf den weiteren Weg.