Isselburger übergibt Archiv alte Flugblätter

Dr. Theo Veelken aus Anholt hat Flugblätter gesammelt und dem Archiv gespendet.
Dr. Theo Veelken aus Anholt hat Flugblätter gesammelt und dem Archiv gespendet.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Dr. Theo Veelken aus Isselburg-Anholt stellt Borkener Kreisarchiv seine Sammlung britischer Flugblätter aus dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung. Diese waren auch schon in mehreren Ausstellungen zu sehen.

Anholt.. 15 Jahre alt war Dr. Theo Veelken, als er 1941 die ersten Flugblätter in die Hände bekam. Sie flatterten während des Zweiten Weltkrieges aus britischen Flugzeugen auf das deutsch-niederländische Grenzgebiet, zum Teil direkt in den Garten der Familie Veelken an der Isselburger Straße in Anholt. Andere sammelte er bei Fahrten mit seinem Vater, der als Tierarzt viel unterwegs war, ein. Die Flugblätter sollten die deutsche Bevölkerung über den tatsächlichen Verlauf des Krieges informieren und den Widerstandswillen schwächen. Obwohl es streng verboten war, hat der Anholter damals insgesamt 27 Flugblätter gesammelt.

Katalogisieren und aufbewahren

Sieben hat er im Laufe der Jahre an verschiedene Museen verschenkt. Die restlichen 20 sind nun auch nicht mehr in seinem Besitz. Dr. Theo Veelken hat seine Sammlung dem Kreisarchiv Borken vermacht. Hier wird die kleine Sammlung des heute 89 Jahren alten Anholters zu besonderen Ehren kommen. Die 20 Flugblätter werden nun katalogisiert und dauerhaft aufbewahrt. Interessierte können sie für ihre Forschungen einsehen. „Und sicher ist die Sammlung auch für die eine oder andere Ausstellung eine Bereicherung“, ist Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann überzeugt. Unbekannt sind die gesammelten Flugblätter aber ohnehin nicht. Im Heimathaus in Anholt an der hohen Straße wurden sie schon einmal ausgestellt. Dabei waren dann auch Fotos von der Zerstörung Anholts, aus dem Ortskern, von der Wasserburg und der katholischen Kirche zu sehen.

Dr. Theo Veelken, der nach Krieg und Gefangenschaft wie sein Vater Tierarzt geworden ist, hat die Flugblätter als junger Bursche natürlich zunächst versteckt. Denn eigentlich hätte er die Flugblätter an den Ortsgruppenleiter der NSDAP abgeben müssen. Wer nämlich mit den Flugblättern erwischt wurde, musste damit rechnen, wegen Wehrkraftzersetzung bestraft zu werden. Im Laufe seines Lebens hat der Sammler sie aber dann immer sorgsam aufbewahrt. Nun gibt er sie in andere Hände um sie für die Ewigkeit zu konservieren. „Mir ist wichtig, dass sie erhalten bleiben und Interessierten zur Verfügung stehen“, erläutert der Anholter. Eines der 20 Flugblätter von Dr. Theo Veelken zeigt zum Beispiel unter dem Titel „Wir fahren hinab ins kühle Grab“ ein U-Boot, das im Atlantik versinkt. Dieses Flugblatt warnt davor, sich freiwillig für die deutsche U-Boot-Flotte zu melden.