Isselburg: Werther Tambourkorps wird 90 Jahre

​Das Werther Tambourkorps unter Tambourmajor Heinrich Scheewel vor dem Gasthof Weck in Werth ca. 1970.
​Das Werther Tambourkorps unter Tambourmajor Heinrich Scheewel vor dem Gasthof Weck in Werth ca. 1970.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Tambourkorps Werth feiert sein 90-jähriges Jubiläum. Am Samstag, 27. Juni sind 16 Gastvereine in die Stadthalle am Pendeweg eingeladen. Dort wird es auch eine besondere Ehrung geben.

Werth..  Flötentöne in einer Schreinerei! Wo gibt es denn sowas? In Werth. Genauer gesagt in der Werkstatt von Johann Hogenkamp an der Deichstraße. Die Flötisten des Werther Tambourkorps kamen hier einst zur Probe zusammen. 90 Jahre ist das nun her. Grund genug für die Musikanten Ende Juni ihr Jubiläum mit einem großen Musikfest in der Stadthalle am Pendeweg zu feiern – zudem natürlich alle herzlich eingeladen sind.

In den Anfangsjahren mussten die Musiker viel improvisieren. Um ihre Instrumente zu finanzieren, zogen die Spielleute von Haus zu Haus und sammelten so Geld ein. Das Resultat ist in der Chronik des Tambourkorps verewigt. Drei Trommeln und fünf Querflöten konnten so angeschafft werden – und trug dazu bei, dass sich das neu formierte Tambourkorps Gehör im Ort verschaffen konnte.

Zu dessen Gründungsvätern gehörten übrigens Bernhard te Kamp, Johann te Kamp, Bernhard Giesing, Josef Winkelmann, Hans Steffen, Theo Mumbeck, Gerhard Bröring, Fritz Hünting und Wilhelm Blecking. Erster Tambourmajor war Josef Winkelmann. Die Uniform bestand damals noch aus einer guten Hose, einer Ziviljacke und einer Art Marinemütze.

Das Thema „Marine“ ist immer noch prägend für das Korps. Denn die Musiker tragen heute Uniformen in den Farben blau und weiß.

Fünf Jahre nach der Gründung zählten die Spielmänner 15 Aktive. Nach dem zweiten Weltkrieg starteten sie einen Neuanfang, wie so viele Vereine. Er glückte. Auf Schützenfesten und anderen Feierlichkeiten war und ist das Werther Tambourkorps stets präsent. Mehr noch: Das Tambourlorps hat selbst für Feiern gesorgt. So auch dafür, dass der Karneval in Werth populär wurde. Und zwar in Form der jährlichen Sitzung der „Isselschiffer“. Viel packten die Musiker an. So bauten sie etwa auch die alte Umkleidekabine des SV Werth in Eigenleistung zum Treffpunkt um.

Bekannte Spielleute

Viele Namen haben das Korps über die Jahre geprägt. 1968 nahm Tambour Josef Winkelmann Abschied, Heinrich Schewel übernahm bis 1984 das Ruder. Dann folgte Willi Hormann, später ergriff Heinrich Hübers den Stab. Und nun, seit dem jährlichen Biwak auf dem Schulhof in 2009, führt Bernd Zimmermann die Spielleute an. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder Hans Schnieder und Karl Kaienburg in den Vorstand des Tambourkorps Werth. Sie übernehmen die Aufgaben von Petra Hessling (Kassierer) und Ulrike Klein-Uebbing (Schriftführer), die nach 14 Jahren Vorstandsarbeit nicht zur Wiederwahl standen.

Übrigens: Das Tambourkorps feierte 2010 schon ein großes Stiftungsfest mit 16 Vereinen. Auch damals kamen über 300 Musiker. Geehrt wurde damals auch Ludger „Sammy“ Dunkerbeck für 25 Jahre Vereinstreue. Geehrt werden sollte außerdem Thorsten Hübers für 25 Jahre Treue. Diese Ehrung wurde zum Schützenfest nachgeholt, da der zu dieser Zeit werdende Vater nicht anwesend war.