Isselburg: Werther Mühle soll wieder klappern

Das Innere der Mühle ist noch im guten Zustand.
Das Innere der Mühle ist noch im guten Zustand.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Johann Radstaak will den Binnendreher wieder gängig machen. Die Voraussetzungen seien gut. Nur das Geld fehlt. Erste Besichtigung durch Experten.

Werth..  Johann Radstaak hat einen Wunsch. Die Flügel der Werther Mühle sollen sich endlich wieder drehen. Allein mit dieser Vision ist der Sohn eines einstigen Müllers nicht. Viele Mitglieder des Heimatvereins Werth, aber auch Mühlenfreunde aus der Umgebung würden sich freuen, wenn endlich wieder Leben ins Mahlwerk der, so vermuten einige Experten, mitunter ältesten Mühle Deutschlands (siehe Box) kommen würde.

„Daher haben wir nun einen Funken gezündet“, wie es Mühlenexperte und Ausbilder Frank Heeren zusammenfasst. Die Mitglieder des Heimatvereins und Unterstützer schauten sich nun mit einer Sachverständigen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Imme Wittkamp, bei einem Ortstermin das hölzerne Mahlwerk im Inneren an.

Die leitende Frage: Kann die Mühle technisch wieder drehfertig gemacht werden? „Wir haben vom Personal her die Möglichkeit, die Mühle zu betreiben“, so Radstaak. Zudem gebe es immer wieder Interessenten für Führungen.

Seit über 60 Jahren außer Betrieb

Die Entscheidung, ob die Mühle restauriert wird und sich das Mahlwerk anschließend wieder drehen kann, liegt beim LWL und bei der Stadt Isselburg als Unterer Denkmalbehörde. Getroffen ist diese aber bislang noch nicht. Lediglich ein erster Schritt getan.

Aber der ist wichtig. Vor allem für die Zukunft der Mühle. Das machte auch Frank Heeren, der einige Mühlen am Niederrhein dreht – zum Beispiel jene in Emmerich-Elten und in Kalkar –, während der Besichtigung des alten Mahlwerks deutlich. „Eine Mühle, die nicht dreht, verfällt“, erklärte Heeren.

Die Gewichte des Mahlwerkes setzten sich und belasteten die Konstruktion immer an derselben Stelle. Wenn sich die Mühle regelmäßig drehe, werde dieser Effekt umgangen und die Mühle müsste nicht so häufig restauriert werden. Die Lebensdauer zwischen den Restaurierungen lasse sich so von fünf auf 15 Jahre steigern, schätzte der Mühlenexperte. Übrigens: Seit den 1950er-Jahren ist die Werther Mühle außer Betrieb.

Doch nicht nur das Bauwerk selbst profitiere. Auch der Ort würde aufgewertet werden, so Rad-staak. Vermehrt würden Touristen angezogen werden. Sicherlich wäre das auch für die angrenzende Gastronomie an der Mühle und einige andere Sehenswürdigkeiten in der Nähe ein schöner Nebeneffekt. „Vor allem Niederländer sind sehr interessiert am Mühlenwesen“, weiß Heeren.

Mit positivem Gefühl endete der Ortstermin für beide Seiten. Nun gilt es ein Konzept zu erstellen. Darin müssen Experten bewerten, was erneuert werden müsste, um die Mühle wieder gängig zu machen. Und was so etwas kosten könnte. Fest steht: Imme Wittkamp vom LWL will so viele historische Teile wie möglich erhalten. Ebenso wie der Heimatverein. Darin ist man sich also schon einig.

Wer allerdings die Kosten zur Erstellung eines Konzeptes tragen soll, ist nicht geklärt. Radstaak ist trotzdem guter Dinge: „Ich bin froh, das Ganze angestoßen zu haben.“