Isselburg: Das KZ aus Kinder-Perspektive

Zeichnungen des  ehemaligen KZ-Häftlings Thomas Geve sind ab März in  Isselburg zu sehen.
Zeichnungen des ehemaligen KZ-Häftlings Thomas Geve sind ab März in Isselburg zu sehen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
24 Nachdrucke von Zeichnungen von Thomas Geve sind in Isselburg zu sehen. Diese hat er als kleiner Junge gefertigt – nachdem er Auschwitz überlebte.

Isselburg..  Thomas Geve hat es geschafft. Geve gehörte zu den 904 Kindern und Jugendlichen, die das Konzentrationslager überlebt haben. Nach der Befreiung gab man ihm Papier aus dem Lagerbüro – Formulare der SS und anderes, meist im Format 15 x 12 cm – und er zeichnete. Die Lagerwelt zum Beispiel, also den Alltag im KZ – sprich Appell, Essensausgabe, Arbeit, Krankheiten, Terror der SS und fertigte damit erstaunlich genaue Pläne an. Die Originalzeichnungen befinden sich mittlerweile im Kunstmuseum von Yad Vashem/Jerusalem. 24 Nachdrucke gibt es ab kommenden Monat in der evangelischen Kirche Isselburg zu sehen.

Wie ein Wunder

Aus der Perspektive eines Kindes zeigen sie auf sehr eindrückliche Weise den Lageralltag, Geve wurde im Jahr 1929 geboren. Als Jude kam er im Jahr 1943 nach Auschwitz. Nur weil er nicht als Kind, sondern als arbeitsfähiger Erwachsener eingruppiert wurde, überlebte er die Zeit dort. Wie durch ein Wunder überstand er dann auch den Todesmarsch und wurde 1945 im Konzentrationslager Buchenwald befreit. In der Zeit vom 4. bis 15. März können seine auf Papier verewigten Erinnerungen in der evangelischen Kirche besichtigt werden. „Wir laden herzlich ein, diese Bilder anzuschauen und so siebzig Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager dieser Zeit erinnernd zu gedenken“, so Pfarrer Michael Binnenhey.

In der Passionszeit will sich die Gemeinde in diesem Jahr nämlich ganz besonders mit dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und mit der Befreiung der Konzentrationslager beschäftigen. Konkreter Anlass ist einmal, dass diese Ereignisse genau 70 Jahre zurückliegen. Zum anderen natürlich auch die Ausstellung: „Es gibt hier keine Kinder“.

Dazu gibt es fünf Abende, jeweils ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Minervastraße 10. Die Abende beginnen jeweils mit einer kurzen Andacht und enden mit der Bitte um den Segen. Folgende Themen für die Abende sind geplant:
4. März: „Es gibt hier keine Kinder!“ – Eröffnung der Ausstellung mit Bildern von Thomas Geve in der evangelischen Kirche in Isselburg.
11. März: „Kein Wald mit Buchen.“ Das Konzentrationslager Buchenwald.
18. März: Das Leben der Anne Frank und das Konzentrationslager Bergen-Belsen.
25. März: „Wunderkinder“. Film zum Gedenken an etwa 1,5 Millionen getötete jüdische Kinder.
1. April: „Leben mit der Schuld?“ Deutschland und die Erinnerung an die Shoah.