Isselburg bekommt einen Flüchtlingsbetreuer

Isselburg..  In Isselburg gibt es viele Bürger, die sich um die zahlreichen Flüchtlinge in den Unterkünften ehrenamtlich kümmern. Schon bald soll es nun einen hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuer geben. Die nötigen Weichen dazu stellte nun die Isselburger Politik. Vorgesehen ist, einen Betreuer einzustellen, der bei alltäglichen Problemen, beim Eingewöhnen und bei Behördengängen helfen soll. „Der aber auch die Arbeit der Ehrenamtlichen koordiniert“, fügte Bürgermeister Rudi Geukes hinzu. Denn genau dies war eine der Anregungen, die die Besucher des „Runden Tisches Asyl“ nämlich der Politik und der Verwaltung mit auf den Weg gegeben hatten.

CDU-Fraktionschef Frank Häusler regte in der Diskussion an, eine flexible Lösung für die Stelle eines Flüchtlingsbetreuers zu suchen. „Denn eventuell ändern sich die Förderrichtlinien des Landes und die Stadt kann mit Geld rechnen“, so Häusler. Daher regte er an, eine Stelle einzukaufen, also die Dienstleistung von einer karitativen Einrichtung zu beziehen und dafür zu bezahlen. So lasse sich die Stelle einfacher befristen und die Verträge einfacher kündigen. Notwendig sei dies, weil sich Isselburg zwar nicht mehr in der Haushaltssicherung befinde, aber auch jederzeit dort schnell wieder landen könnte.

Aus diesem Grund wies Kämmerer Mario Deckers auch daraufhin, dass die Stadt bis 2018 jedes Jahr im Minus sei und das Haushaltsloch irgendwann über Steuererhöhungen gestopft werden müsse.

Gelder werden gedeckelt

SPD-Fraktionschef Dr. Theodor Beine stimmte dem Vorstoß der CDU zu. „Das ist ein guter Ansatz“, befand der Sozialdemokrat. Und auch Uwe Übelacker, der Fraktionschef der Grünen, war froh darüber, dass alle gemeinsam in die richtige Richtung gingen, „die wir auch mittragen“ können. „Hier zu sagen“, so Übelacker, „wir haben das Geld nicht, deshalb machen wir nichts, wäre das falsche Signal.“

Auf das Geld achtete dann doch die FDP. Vor allem die Idee der befristeten Stelle fand bei dem Liberalen anklang. Fraktionschef Kevin Schneider forderte aber, dass diese die Stadt nur bis zu 30 000 Euro kosten solle. Außerdem forderte Schneider eine Resolution an die Bundes- und Landesregierung, um dort Druck aufzubauen, damit die Kommunen mehr Geld bekommen.

Letztlich einigten sich die Politiker einstimmig darauf, einen freien Träger mit der Betreuung der Flüchtlinge zu beauftragen. Zunächst für ein Jahr. Die Gelder aus dem Haushalt dafür auf 30 000 Euro zu deckeln, fanden nur bei CDU und FDP Anklang. Sie setzten sich damit aber mit neun zu sieben Stimmen gegen die SPD und die Grünen durch.