Irlands Exportschlager in der Pop Bar

Haldern..  Ja, die Hothouse Flowers aus Irland haben noch immer einen guten Namen. Die seit den 80ern bekannte Band, die auch 1998 schon beim damals noch Haldern Open Air genannten Festival auftrat, kennen viele wohl noch von früher. Als am Mittwochabend zwei Bandmitglieder, nämlich Frontmann Liam Ó Maonlai und Peter O’Toole, in der Haldern Pop Bar spielten, kamen über 90 Gäste. Obwohl es sich um eines der seltenen Konzerte handelte, bei dem Eintritt erhoben wurde.

„Don’t Go“ konnten sie mitsingen

Ihr Geld war das Duo aber in jedem Fall wert. Die vornehmlich älteren Gäste feierten die – zumindest für sie gefühlte – Reise in die Vergangenheit. Diesmal waren weniger Besucher da, die sich einfach mal berieseln lassen wollten. Vielmehr waren es Fans von damals, die sich freuten, die Flowers noch einmal erleben zu können.

Das Duo verschwendete keine Zeit: Sie fingen gleich mal mit einer, wie Ó Maonlai erklärte, über 20 000 Jahre alten Melodie aus Australien an. Ein sehr ursprünglich wirkender Gesang, in den das Publikum direkt mal einsteigen sollte. Ó Maonlai am Klavier – die Pedale bediente er barfuß – und Bassist O’Toole spielte diesmal eine Mandoline. Die in knapp 30 Jahren Banderfahrung gereifte Bühnenpräsenz fällt sofort auf. Während die Hothouse Flowers einen melodiösen Soul-Rock spielen, lässt Ó Maonlai in seinen Solo-Programmen gern Weltmusik einfließen. Jazz und Folk spielen auch ein bisschen mit. Diese reife, vertraute Stimme des Sängers kommt scheinbar in jeder Stilrichtung gut an. Das Duo wirkt nicht nur sehr eingespielt, da ist eine intuitive Symbiose spürbar. Dadurch entstehen exzessive Instrumentalduette – bärenstark. Die Intensität, in der die Musiker ihre Stücke darbieten, fesselt das Publikum sofort. Auch wenn viele Stücke ruhige Passagen beinhalten, liegt ständig eine gewisse Spannung in der Luft. Die Emotionen könnten jederzeit bersten. Während des Konzertes wird auch Bruder Colm Ó Maonlai eingebunden, der eine irische Handtrommel, eine Bodhrán, sowie eine Flöte, wohl eine Tin Whistle, sehr elegant spielte.

Der Höhepunkt der Zeitreise war für viele wohl das Stück „Don’t Go“, 1988 die erste Single der Hothouse Flowers. Dieses Lied konnten viele noch mitsingen. Schön. Der Applaus war laut und herzlich.