Internationaler Rheinalarm ausgelöst
14.09.2009 | 19:05 Uhr 2009-09-14T19:05:00+0200
Emmerich/Griethausen. Als Montagnacht um 2.25 Uhr die Feuerwehrleitstelle in Kleve über eine Havarie auf dem Rhein in Höhe vom Spijk informiert wurde, war von einem Leck geschlagenen Gastankschiff die Rede. Grund für den Klever Stadtbrandinspektor Jürgen Pauly alle fünf Löschzüge zu alarmieren.
„Denn wir hätten eine große Wasserwand setzen müssen.” Die Einsatzkräfte hatten Glück. Es war kein Gas, sondern Gasöl (Diesel), das auslief.
Was war geschehen: In der Nacht fuhr das 82 Meter lange Tankmotorschiff „Alpsray” aus Rheinberg zu Berg, also Richtung Duisburg. Es hatte 1095 Tonnen Diesel geladen. Walter Meisner, Wachleiter der Wasserschutzpolizei Emmerich, rekonstruiert den Unfall: „Vermutlich fuhr das Tankschiff zu weit Backbord, also Richtung rechtes Rheinufer. Der Talfahrer, ein 108 Meter langer niederländischer Schubverband, der Kies geladen hatte, konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen, so dass beide Schiffe auf der Steuerbordseite (rechts) kollidierten. Aus zwei Stellen liefen etwa 30 000 Liter Diesel aus.” Verletzt wurde niemand. Noch in der Nacht waren die Wasserschutzpolizei,das Löschboot der Feuerwehr Emmerich und ein Polizeihubschrauber vor Ort, um die Unfallstelle abzusichern.
Der niederländische Schubverband wurde oberhalb der Wasserlinie beschädigt. Er konnte nach Freigabe durch das Wasser- und Schifffahrtsamt nach Lobith fahren und von dort aus eigener Kraft die Werft im niederländischen Millingen ansteuern.
Überhol- und Begegnungsverbot
Gestern Morgen wurde das restliche Öl des Tankmotorschiffs in ein anderes Tankschiff umgeladen. Während des Leichterns wurde die Unfallstelle vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein, von der Feuerwehr und der Wasserschutzpolizei abgesichert und für den Kilometerabschnitt 856,7 bis 857 ein Überhol- und Begegnungsverbot für Schub- und Koppelverbände sowie Schiffe über 110 Meter Länge verhängt.
Dennoch lief durch den Wellenschlag immer wieder Wasser in die beiden Lecks, die knapp oberhalb der Wasserlinie liegen. Was zur Folge hatte, dass immer wieder Diesel ausschwemmte, während das Schiff leergepumpt wurde. Der Leichter, die MS Benjamin, hatte bis zum Nachmittag zu tun, um die Ladung zu übernehmen. Danach konnte das Tankschiff, übrigens ein älteres Modell ohne Zweihüllenschale, in die Werft nach Duisburg fahren.
Wie groß der Schaden ist, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Niemand wurde verletzt. Allerdings ist die Verunreinigung des Rheins, besonders in den Niederlanden groß. Die Feuerwehr hatte frühzeitig Verena Husmann von der Unteren Wasserbehörde des Kreises verständigt, die wiederum die GSAK Krefeld informierte. Die Unterabteilung Risk der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft reiste sofort an. GSAK-Riskmanager Frank Krahnen koordinierte den Einsatz.
Ölsperre ausgelegt
Am Ufer wurde Bindevlies verlegt, der den Diesel sofort aufsaugt. „Wir können so etwa 2000 Liter binden”, erläuterte Krahnen. Seine Mitarbeiter hatten etwa 500 Meter Vlies entlang des Ufers und der Buhnen ausgelegt, beginnend vor der Ölmühle Spijk. Zudem wurde eine Ölsperre ausgebracht. „Aber durch die Flussgeschwindigkeit des Rheins von drei bis fünf Kilometern in der Stunde wird es schwer”, weiß der Fachmann. Deshalb wurde umgehend internationaler Rheinalarm ausgelöst.
Durch den Wind war besonders ein großer Uferbereich am Rhein bei Millingen betroffen. Die niederländische Rijkswaterstaat war bemüht, den Passanten- und den Waalhafen in Nijmegen und das Meertje, in dem Hausboote liegen, vor Diesel zu schützen. Und legte ebenfalls Ölsperren aus.
Es bestand keine Brandgefahr, auch Trinkwasser wurde nicht verunreinigt. Allerdings sprachen die Niederländer von einer Geruchsbelästigung.
Die Frachtschiffe vor der Ölmühle freuten sich während ihrer Verladezeiten über reges Interesse der Medien, denn mehrere Fernsehteams waren angereist, um die Havarie zu dokumentieren.
16:20
Die Angaben sind völlig richtig,Ihre dagegen völlig falsch
13:47
„Vermutlich fuhr das Tankschiff zu weit Backbord, also Richtung rechtes Rheinufer. Der Talfahrer, ein 108 Meter langer niederländischer Schubverband, der Kies geladen hatte, konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen, so dass beide Schiffe auf der Steuerbordseite (rechts) kollidierten
vielleicht stelle ich mich gerade blöd an, aber wirklich verstanden habe ich dieses kauderwelsch aus, backbord, steuerbord und rechts auf Anhieb nicht.
Hier wird nämlich Fahrtrichtung des Schiffes und Fließrichtung des Rhein vermischt (Aus Sicht des Schiffes ist das rechte Rheinufer, wie im Text erwähnt, nämlich das linke) . Beide Schiffe könnten auch nur Steuerbordseitig kollidieren wenn Linksverkehr herrsche, somit war es eigentlich bei beiden Schiffen die Backbord-Seite.
aber vielleicht habe ich es auch einfach nicht verstanden :-)
Spijk heißt im Deutschen übrigens Spyck...
so genug gemeckert.. :-)