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Institut hilft bei der Integration

22.03.2016 | 06:00 Uhr
Institut hilft bei der Integration
Foto: Konrad Flintrop

Emmerich.   Ein Weiterbildungsinstitut bietet seit Ende 2015 Sprachkurse für Flüchtlinge an. Demnächst soll die Hilfe ausgeweitet und Neubürger bis in den Job begleitet werden.

Sprachkurse für Flüchtlinge sind begehrt. Verständlich. Denn die Sprache ist und bleibt ein wichtiger Baustein zur Integration. Auch in Emmerich. Neben VHS, Theodor-Brauer-Haus und privaten Initiativen ist nun auch ein Weiterbildungsinstitut in der Hansestadt aktiv, um Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive sprachlich unter die Arme zu greifen. Dennis Neumann ist Mitarbeiter bei dem Allgemeinen Aus- und Weiterbildungs-Institut Deutschland und versucht, dieses in Emmerich zu etablieren.

Finanziert aus Fördertöpfen

Im vergangenem Jahr bereiste er die Städte des Niederrheins und schaute, wo Bedarf an Sprachkursen ist. Während in Kleve das Interesse gering war, zeigte sich die Stadt Emmerich offener. „Hier war der Bedarf ganz klar da“, erinnert sich Neumann, der bewusst den Kontakt zu den Städten sucht. Warum? „Weil diese es letztlich sind, die uns den Kontakt zu den Flüchtlingen herstellen können.“ Seit Ende vergangenen Jahres gibt das Institut nun Kurse in Emmerich – unentgeltlich für Flüchtlinge und Stadt, finanziert, aus Fördertöpfen von Land oder Bund.

Daher können auch nicht alle Flüchtlinge die Kurse des Instituts besuchen. Voraussetzung ist, dass es geflüchtete Menschen mit Bleibebeperspektive sind. Sprich: Die Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein und aus Syrien, Iran, Irak oder Eritrea stammen. Deutsch lernen diese in Emmerich an zwei Standorten. „Nämlich in der evangelischen Familienbildungsstätte und dem Pfarrheim St. Martini, von denen wir die Räumlichkeiten im Rahmen eines Mitnutzungsvertrages zur Verfügung gestellt bekommen“, so Neumann. Trotz der guten Standorte: „Ich bin auf der Suche nach etwas Neuem.“ Denn: „Wir wollen an diesem Standort Fuß fassen.“ Das bedeutet, dass sein Arbeitgeber in Emmerich ein Büro einrichten möchte. Also eine Anlaufstelle für Flüchtlinge schaffen, wo sie Rat, aber auch Schulungsräume vorfinden werden: „Denn wir wollen noch mehr bieten als bloße Sprachkurse.“ Man will den Integrationsprozess der Flüchtlinge begleiten. Vom Sprache lernen, über das Wohnung suchen und Arbeit finden. Professionalisiertes Ehrenamt also – das leugnet auch Neumann nicht: „Ja, wir machen Profit.“ Aber am Ende profitierten die Flüchtlinge.

Ab April sogar noch ein bisschen mehr. Bis Ende März läuft noch die erste Runde der Sprachkurse, die übrigens etwa durch Lehrer oder angehende Pädagogen gehalten werden. Abgeschlossen werden diese mit keinem Zertifikat oder dergleichen. Für die zweite Runde ab April ist das anders. Dann wird das Weiterbildungs-Institut soweit zertifiziert sein, dass es auch Sprachniveau-Nachweise abnehmen kann. „Und die sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt“, weiß Neumann. Ebenfalls geplant: berufsbezogene Deutschkurse.

Sarah Eul

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2016-03-22 06:00
Emmerich