In Rees gab es schöne Momentaufnahmen zu bewundern

Bei der Reeser Kunstmesse war für jeden Besucher etwas spannendes dabei.
Bei der Reeser Kunstmesse war für jeden Besucher etwas spannendes dabei.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Wochenende lief wieder die Reeser Kunstmesse, bei der 25 Künstler aus verschiedenen Ländern ausstellten. Bewundert wurde dabei von den Besuchern viele schöne Momentaufnahmen.

Rees..  Eine Feuerstelle, ein Amboss mit Hammer und schmale Skulpturen empfingen die Besucher der Reeser Kunstmesse am Eingang. „Bei dem Wetter lässt es sich hier gut arbeiten“, hob der Schmiedekünstler Bekim Resing aus Bocholt hervor und beackerte sein Material. „Dass man das gezielt an den Buchsbaum im Garten stellt, dass das sichtbar ist“ , merkte die Haldernerin Anne Pierkes, angetan von dem Schaffen des Mannes und seiner Kunst an.

Anschließend schlenderte sie interessiert wie alle anderen Besucher – mehr am Sonntag als am Samstag – entlang der beiden Etagen, auf denen sich die verschiedenen Maler, Grafiker und Fotografen im Bürgerhaus verteilt hatten.

„Die Künstler finden es von den Räumlichkeiten her ideal und pflegen untereinander natürlich ihre Netzwerke, so dass sich das hier über die Jahre rumgesprochen hat“, freute sich Organisatorin Christine Meininghaus, die ein halbes Jahr Vorarbeit in den Tag gesteckt hatte, über die gute Resonanz. „Da bekomme ich Anfragen von Leuten, die ich gar nicht kenne.“ Das passe aber zu der Idee, das Publikum mit immer neuen Arbeiten und Künstlern zu locken.

Suche nach Anregungen

Ute und Jürgen Kayser hatte sie auf einer Kunstmesse in Bocholt entdeckt – mit ihren Glasbildern sorgten sie mit Sonnenschein am Fensterplatz für einen schönen Hingucker. „Ich suche immer nach Anregungen hier, mache selbst Uhrengehäuse“, bekam der Xantener Hans-Peter Feldmann von Ute Kayser Tipps, wo er mundgeblasene Gläser herbekommt.

Der Arnheimer Fotograf Rob Chevalier hatte neben seinen Bildern noch Brombeer-Marmelade „als besondere Kunst“ mit dabei, die das Klever Ehepaar Nitsche ansprach. „Die Räumlichkeiten sind schön, die Kunst könnte besser sein“, meinte Monika Nitsche, die aber ein besonderes Bild entdeckt hatte. „Das mit dem lachenden Mann, der den Betrachtenden anlacht, der gemalt wird. Da ist Spannung drin“, fand die 70-Jährige. „Das hat Witz und was Überraschendes“, gab die Reeserin Sabine Schöneich ihre Eindrücke wieder.

Der Künstler zu dem Werk „Der Verrat der Kopisten“ war der aus Bilbao stammende Halderner Unai Etxebarria. „Es geht mir darum, ungewöhnliche Kontexte und Absurditäten abzubilden, über die man nachdenkt“, verwies er auf sein Bild mit Spitzweg als Bücherwurm im Supermarkt. „Ich bin von Anfang an dabei, jedes Jahr kommen mehr Leute, das muss man weitermachen.“

Michele Spoo und Ulrich Kaulen waren bei ihrer Schwester in Rees zu Besuch und hatten kurz vor der Rückfahrt nach Hamburg noch mal einen Abstecher gemacht. „Dass die Natur da noch so greifbar ist und so schöne ästhetische Formen hat“, begeisterte sie die Holzarbeit des Xanteners Hans-Gerd Kramek – und sie nahmen eine Vase aus Kirschholz mit.

Bei einer Tasse Kaffee im Erdgeschossfoyer reflektierten Josef Schättle und Martha Delewski ihre Eindrücke. „Ist alles sehr interessant. Als Malerin hole ich mir auch für mich Anregungen“, meinte die 80-Jährige. Josef Schättles Blick fiel auf die beiden Großleinwandbilder ihm gegenüber. „Diese großen Farbenbilder mit Landschaften – wenn ich mir ein Bild zum Mitnehmen aussuchen könnte, wäre es das linke“, hatte er sich für eine Arbeit von Christine Meininghaus entschieden.

Große Bildfotografien

Ein Akzent der Reeser Kunstmeile war die moderne Fotografie und was man alles mit ihr machen kann. Der Kölner Reinhold Adscheid sorgte dabei mit seinen großen Bildfotografien für Aufsehen. „Ich mache immer wieder Fotos vom gleichen Objekt und lege dann mehrere Bilder übereinander“, erläuterte der 55-Jährige den Besuchern seinen Ansatz. „Was sehe ich wirklich, was ist Realität, diese Fragen stehen dahinter.“

Als „echte Überraschung“ bezeichnete der Reeser Bodo de Lasberg diese Arbeiten. Und „unten diese bearbeiteten Bilder mit den Landkarten von Rees“ waren dem 58-Jährigen positiv aufgefallen. „Da bin ich halt auch ein Stück Lokalpatriot.“