In Praest: Für die kleine Mia gab es einen großen Baum

Der Heimat- und Verschönerungsverein in Praest verteilt Geburtenbäume.
Der Heimat- und Verschönerungsverein in Praest verteilt Geburtenbäume.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Samstagmorgen war es zum neunten Mal so weit: Der Heimat- und Verschönerungsverein Praest verteilte seine Geburtenbäume an die ganz kleinen Emmericher.

Praest..  Es ist kurz vor 11 Uhr am Samstagmorgen, als Sabine und Patrick Elshoff mit ihrer kleinen Mia an der Scheune Nakath in Praest nahe der Reeser Straße eintreffen. Gut gelaunt. Die junge Familie bestaunt im Vorbeigehen die in Reih und Glied liegenden Obstbäume. Mal ein Apfel-, mal ein Pflaumen-, ein Birnen- oder ein Kirschbaum warten auf den großen „Garteneinsatz“. Eine nette Geste an alle Familien mit Neugeborenen des Heimat- und Verschönerungsvereins Praest.

„Ob Mitglieder oder Nicht-Mitglieder, jeder erhält kostenlos einen Baum“, unterstreicht der Vorsitzende Wilhelm Nakath, der gemeinsam mit Vorstandsmitglied Liesel Langer die Familien begrüßt. Im Jahr 9 nach Einführung dieser beliebten Geburtsbaumaktion sind es immerhin schon 88 von 140 Familien, die daran teilgenommen haben.

„2009 waren es sogar 24, in diesem Jahr wären es eigentlich nicht neun sondern zehn Kinder.“ Wenn da nicht ein Kind nach Neuseeland vor kurzem verzogen wäre, so Liesel Langer: „Einfach unverständlich, oder? Wo es hier doch so schön ist“, heißt es von ihr augenzwinkernd.

„Im Laufe der Jahre ist schon so ein kleiner Wald zusammengekommen“, berichtet nicht ohne Stolz Wilhelm Nakath. Man sei halt ein „fleißiges Dorf“, wenn es um den eigenen Nachwuchs ginge.

Katharina interessiert das Gerede der Erwachsenen wenig. Etwa über die ersten Hochziehaktionen der Kleinen. Oder wo denn der Baum zu stehen kommt. Die kleine Dame von Tanja und Thomas Siemes schaut ganz interessiert in der Gegend umher. So viele Leute! Da wird schon mal der Hals gestreckt und gereckt. Für sie soll es ein Spalier-Birnenbäumchen im Topf geben. Warum nicht einen mit Ballen zum Einpflanzen wie bei den anderen, dafür hat Papa Thomas, Inhaber des Landhauses „Zu den drei Linden“ zwischen L7 und Bahnlinie, eine ganz einfache Erklärung: „Es weiß ja keiner, was dann mit dem Baum passiert, wenn die ‚Betuwe‘ kommt.“

Während sich die neuen Baumbesitzer noch stellvertretend für den Nachwuchs für ihre Gartenerrungenschaft bedanken, schwingt sich Patrick Elshoff schon mal aufs Fahrrad. In der einen Hand den Befestigungspfahl, in der anderen den über zwei Meter großen Baum, geht’s zu den Schwiegereltern. Tochter Mia kann sich freuen. Denn der Pflaumenbaum des gerade einmal fünf Monate alten Mädels bekommt ein schönes Plätzchen im Garten von Sabine Elshoffs Eltern. „Mia darf da pflücken gehen, wenn sie soweit ist“, weiß die Mama. Aber nicht zuviel. Der Verdauung wegen . . .