In Emmerich schlafen Pilger demnächst mit Rhein-Blick

Die Pfadfinder halfen gestern Gildemeister Dr. Hans Jürgen Arens (links) beim Entrümpeln.
Die Pfadfinder halfen gestern Gildemeister Dr. Hans Jürgen Arens (links) beim Entrümpeln.
Foto: Funke Foto Services
Die Familie Pickers bietet für den Spätsommer ihre Dachgeschoss-Wohnung an der Emmericher Rheinpromenade als Pilgerherberge. Die Pfadfinder halfen beim Entrümpeln.

Emmerich..  Pia Schlichtenbrede und Eva Joebges waren am Donnerstagnachmittag etwas spät dran. Machte aber nichts. Es zählte der Wille. Und den hatten zuvor schon ihre Kollegen Nils Karschen, Marcel van Nüß und Robin Kodera gezeigt. Tatkräftig. Die Pfadfinder-Gruppe aus Speelberg hatten mit Leiterin Anna Wankum an der Spitze die Dachgeschoss-Wohnung von Magdalena und Johannes Pickers an der Rheinpromenade 32 entrümpelt. Die gute Tat in der Nachmittagssonne war in einer guten halben Stunde vollbracht.

Über 2000 Kilometer

Im Obergeschoss des Hauses mit Blick auf den Fluss soll bis zum Spätsommer, vielleicht auch schon Anfang August, eine hübsche Schlafstätte für Pilger entstehen. Für Wanderer, die womöglich auf dem Weg ins mehr als 2000 Kilometer entfernte Santiago de Compostela im Nordwesten Spanien eine gute, preiswerte Unterkunft in Emmerich suchen. Sofern sie denn den kompletten Weg laufen.

Johannes Pickers entwickelte gemeinsam mit dem frisch gebackenen Jakobus-Gildemeister und Jakobsweg-Wanderer Dr. Hans Jürgen Arens diese Idee. „Wir werden demnächst die Etage mit Küchenzeile und Bad flexibel anbieten. Bis zu fünf Personen können bei uns übernachten“, unterstreicht Pickers. Einzige Ausnahme: Die eigenen Kinder haben sich für einen Besuch angesagt. „Dann wären wir natürlich blockiert.“ In Frankfurt, Düsseldorf und im fernen Mexiko leben die natürlich schon erwachsenen Pickers-Sprösslinge.

Noch ist die Wohnung für Wanderer nicht nutzbar. Auch wenn eine kleine Sitzecke fürs Frühstück am Fenster mit Blick auf die Rhein-Schiffe schon steht. Es fehlen aber noch die Schlafgelegenheiten. Zweimal Etagen-Betten, einmal ein Einzelgestell. Und der Boden muss natürlich auch noch gemacht werden. Strapazierfähiges Laminat soll’s sein. Abwaschbar. Schließlich herrscht wahrlich nicht immer Sonnenschein für Wanderstiefel.

„Ich hoffe, dass wir das Angebot einer Pilgerherberge gut hinkriegen“, bekräftigt Dr. Hans Jürgen Arens, der mit Handschuhen bestückt natürlich auch tatkräftig mithalf, „wir wollen Emmerich ja nicht blamieren.“

Vielleicht macht auch der eine oder andere Gastronom an der Promenade bei der guten Tat noch mit. „Ein Pilger-Menü für fünf Euro, das wäre doch was“, sagt Johannes Pickers.

Übrigens:

Wölflinge (sechs bis elf Jahre), Jungpfadfinder (elf bis 13), Pfadfinder (14 bis 16) und Rover (ab 16 Jahre) treffen sich im Jugendzentrum an der Gerhard-Cremer-Straße in Speelberg.

Wer mehr über die Emmericher Pfadfinder erfahren möchte, der ist auf der Internet-Plattform Facebook richtig. Einfach als Stichwörter „DPSG Janusz Korczak“ eingeben.