Im Halderner Wald treibt jemand sein Unwesen

Stämme werden auf dem Waldboden im Halderner Wald
Stämme werden auf dem Waldboden im Halderner Wald
Foto: NRZ Emmerich
Was wir bereits wissen
Seit Ostern werden im Halderner Wald auf Wegen und Pfaden lange Baumstämme ausgelegt, die besonders Radfahrer und Läufer behindern. Niemand weiß, wer dahintersteckt

Haldern..  Der Halderner Wald hinter der Turmallee ist beliebt bei Spaziergängern mit und ohne Hund, bei Läufern ebenso wie bei Radsportlern. Doch bereits seit Ostern legt in unregelmäßigen Abständen eine unbekannte Person Baumstämme quer auf die Wege.

Philipp Reichmann, der an der Turmallee wohnt und oft mit seinem Hund im Wald spazieren geht, hat vor einer Woche die ausgelegten Stämme beseitigt und sie tief ins Dornengebüsch geworfen. „Nach meinem Urlaub lagen dort mehr Baumstämme als zuvor“, ärgert sich der Halderner, der überlegt, Strafanzeige zu stellen. Inzwischen hat auch der Radclub Tornado auf seiner Facebookseite vor den Baumstämmen gewarnt. „Wir Jugendbetreuer haben mittlerweile schon ein unwohles Gefühl im Wald mit den Kleinsten zu fahren“, ist dort zu lesen. Inzwischen haben sich auch Leser gemeldet, denen solche ausgelegten Stämme auch in Wäldern in Kleve und Köln aufgefallen sind. Es wird vermutet, dass der oder die Täter die Stämme, die mindestens einen Durchmesser von 15 Zentimetern haben, auslegen, um die Mountainbiker, die hier unterwegs sind, zu stoppen. „Aber es sind hier bereits schon Fußgänger gefallen und haben sich verletzt“, hat Philipp Reichmann in Erfahrung gebracht. Denn die Stämme können nicht ohne weiteres von jedermann zur Seite getragen werden. Also muss man darüber klettern. Zudem befürchten die Radler, dass irgendwann nicht nur Baumstämmen hier liegen, sondern auch Seile gespannt oder Nägel ausgelegt werden.

Försterin Ingrid Dohmen erinnert sich, dass vor drei Jahren dort dünnere Bäume gefällt wurden, die eigentlich liegen bleiben sollten. Die dünneren Äste, die sie nun auf den Wegen entdeckte, stammen aus der Krone von Bäumen, die im vergangenen Winter gefällt wurden. „Ich kann mich erinnern, dass es so eine Aktion vor Jahren schon mal in Elten gab, wo sich ein Streit zwischen Montainbikern und Spaziergängern hochgeschaukelt hatte.“ Sie macht aber auch darauf aufmerksam, dass dieses hier kein Weg ist, sondern nur ein Pfad durch den Wald. „Und dort haben Mountainbiker nichts zu suchen.“ Ein Weg dagegen sei befestigt, was heißt, er könne auch von Fahrzeugen befahren werden, so die gesetzliche Vorgabe. Der Besitzer des Waldes hat, was die Försterin ebenfalls in Erfahrung gebracht hat, nichts mit der Aktion zu tun.

Die Polizei sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. „Die Stämme sind gut zu sehen“, argumentiert Polizeipressesprecher Manfred Jakobi. „Wer hier nicht laufen kann, sollte umkehren“, empfiehlt er. Das sehen die Halderner anders und wollen jetzt verschärft aufpassen, bis der- oder diejenige auf frischer Tat ertappt wird – damit kein ernsthafter Unfall geschieht.