Das aktuelle Wetter Emmerich 11°C
Emmerich

"Ich möchte keinen Verein im Verein"

03.04.2008 | 18:55 Uhr

SENIORENVERTRETUNG. Dr. Klaus Krebber verteidigt seinen heftigen Auftritt und sucht nun mit Leonie Pawlak das Gespräch.

EMMERICH. "Es war nötig, so heftig zu reagieren", verteidigte Dr. Klaus Krebber nach dem Zoff in der Seniorenvertretung (SV) seine Kritik an seiner Stellvertreterin Leonie Pawlak (wir berichteten). "Ich habe nur zu lange geredet" - allenfalls das räumte der SV-Vorsitzende ein. Zoff in der SV - die NRZ hakte am nächsten Morgen bei den Streithähnen nach.

In der Sache hielt Krebber an seiner Attacke fest: "Ich möchte keinen Verein im Verein haben." Das drohe, wenn ein Arbeitskreis, der normalerweise nur aus drei, vier SV-Mitgliedern bestehe, von außen derart erweitert würde und sich aufschwinge, als Schaltstelle zwischen SV und Seniorengruppen zu fungieren: "Die neun Leute brechen einem sonst aus." Er hätte nicht so heftig reagiert, wenn Frau Pawlak ihn vorher über die Umbenennung des AK und die Termine informiert hätte. Die elfköpfige SV habe weisungsungebunden von allen Parteien und Verbänden zu funktionieren und betreibe keine Parteipolitik.

Das scheint Krebber offenbar zu befürchten. Der Altbürgermeister ist ein bekannter CDU-Politiker, Leonie Pawlak gehört der SPD an. Krebber: "Das war ein nötiger Donnerschlag. Ich werde ein wachsames Auge auf den Arbeitskreis werfen. Offenbar habe ich die SV an zu langer Leine geführt."

Für ihn gebe es nach wie vor den AK "Altersdiskriminierung", unabhängig davon, dass der AK sich selbst in "Praxisarbeit" umbenannt habe. Er wolle die "Umbenennung" auf die Tagesordnung der nächsten SV-Sitzung setzen, die erst in einem Vierteljahr stattfindet, vielleicht aber schon früher. Er sei nach wie vor der Meinung, dass es für einen AK "Altersdiskriminierung" etwas zu tun gebe, z.B. in Sachen Heimaufsicht. Der AK könne hier z.B. den Beschwerden von Heimbewohnern nachgehen.

Dr. Krebber will in den nächsten Tagen Kontakt mit Frau Pawlak aufnehmen: "Das muss von mir ausgehen, ich bin der Vorsitzende."

Der erste Anruf wäre garantiert auch nicht von Leonie Pawlak ausgegangen: "Ich bin angegangen worden, und ich bin auch nicht ausgerastet", sagte sie der gestern NRZ.

Sie verstehe den "Zwergenaufstand" nicht. Es stünde doch ganz klar im Protokoll der letzten SV-Sitzung drin, dass der AK zu Seniorengruppen Kontakt aufnimmt, um die SV bekannter zu machen, die in Altenheimen kein Mensch kenne. Der AK hätte schwer geschuftet, "und dann kriegen wir den Segen von Kloster Kamp".

Von einem Rücktritt , den sie - wie übrigens auch Krebber - in der Sitzung angedeutet hatte, wollte Leonie Pawlak gestern nichts mehr wissen: "Ich bin kein Freund übereilter Entschlüsse. Ich werfe nicht bei der ersten Schwierigkeit das Handtuch. Ich schaue mir an, wie sich das entwickelt."

NORBERT KOHNEN

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1699127/create

Aktuelle Fotos und Videos
Oldtimer-Treffen
Bildgalerie
SPEKTAKEL
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Grossbrand
Bildgalerie
Grosseinsatz
Rock bij de Kerk
Bildgalerie
Musik
Aus dem Ressort
780 Bürger erhoben Einwände
Betuwe
Die große Zahl der Einwände gegen die Betuwe-Planung der Deutschen Bahn AG im Abschnitt 3.3 Praest beeindruckt sogar die Bezirksregierung.
Foto
Rendezvous mit 300 Bullen
Serie: Höfetour 2012
Landwirt Karl Wigger schläft erst nach mitternächtlicher Kontrolle im Stall ruhig.