„Ich habe ihm ins Gesicht geschlagen“

Rees..  Das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana am 21. Juni 2014 hatten sie gemeinsam gesehen, währenddessen viel Alkohol getrunken. Später zog die Gruppe ins Bistro. Und als das dicht machte, lud einer zum Weiterfeiern in den elterlichen Garten ein. Dort passierte es: Der 26-jährige arbeitslose Angeklagte aus Haldern fühlte sich vom 25-jährigen Reeser Studenten, den er bis dahin nicht gekannt hatte, beleidigt – und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. So heftig, dass dieser vom Stuhl kippte. Wegen Körperverletzung musste sich der Halderner gestern vor Gericht verantworten.

Gegen den Kopf getreten

„Wir hatten alle viel getrunken“, räumte eine 22-jährige Schülerin, die in der besagten Nacht dabei war und als Zeugin aussagte, ebenso ein wie der „Gastgeber“. Der konnte zum Hergang überhaupt nichts beitragen. „Ich habe nur Erinnerungslücken“, musste der in Paderborn lebende junge Mann zugeben.

Wobei der Angeklagte selbst eingestand, dem Opfer mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. „Weil der mich beleidigt hat“, sagte der 25-Jährige. Dass er dem Mann zuvor noch einen Kerzenleuchter an den Kopf geworfen haben soll, davon wollte er nichts wissen. „Da standen nur Teelichter auf dem Tisch“, so seine Aussage.

Und weil sein Taxi bereits draußen auf der Straßen gewartet hatte, sei er an dem noch am Boden liegenden Mann vorbei gelaufen. „Dabei hat er mir noch bewusst gegen den Kopf getreten“, warf ihm der Reeser vor. Wenn er ihn am Kopf berührt haben sollte, so der Angeklagte darauf, sei das nicht mit Absicht passiert. Dem Studenten wurden jedenfalls am nächsten Tag im Krankenhaus unter anderem eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen attestiert.

Richterin Dr. Christiane Schmitz schloss sich dem Staatsanwalt an und stellte das Verfahren gegen den Halderner ein – vorausgesetzt, dass der dem Geschädigten 750 Euro Schmerzensgeld zahlt. Und zwar in drei Raten zu je 250 Euro.