Hohe Erwartungen an Grube-Besuch
26.03.2010 | 21:00 Uhr 2010-03-26T21:00:00+0100Emmerich/Rees. „Frisch gestrichen“ steht auf den Papierschildern, die im Emmericher Bahnhof an gelb gekälkten Wänden kleben. Das Bahnhofsinnere ist herausgeputzt worden.
Und das hat seinen Grund. Am kommenden Donnerstag wird, wie berichtet, der oberste Eisenbahner dem Grenzbahnhof seine Aufwartung machen. Er wird dort u.a. das Info-Zentrum zur Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen (Betuwe-Linie) eröffnen, das in dem ehemaligen Bistro eingerichtet wird und nahezu fertig ist.
„Aber Dr. Rüdiger Grube, der Vorstandsvorsitzende der DB Netz AG, Oliver Kraft, der Konzernbevollmächtigten für NRW, Reiner Latsch, und die Bundestagsabgeordneten kommen nicht nach Emmerich, nur um ein Info-Center zu eröffnen“, sagt Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks (CDU): „Ich denke, da kommt doch ein bisschen mehr herum.“
Diks scheint da schon mehr zu wissen, will aber den Konzernchefs und der Politik nicht die Schau stehlen.
Mit einiger Spannung sieht auch der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers (CDU) dem Besuch des Bahn-Chefs entgegen: „Dass er kommt, ist ein gutes Zeichen.“ Das Reeser Stadtoberhaupt unterbricht dafür sogar seinen wohlverdienten Osterurlaub, nur um beim Grube-Besuch dabei sein zu können.„Wenn der Chef der Bahn in unsere Region kommt, hoffe ich, dass er auch gute Nachrichten mitbringt“, sagte Gerwers. Er würde sich auch wünschen, „dass er auch in Sachen Kosten für die Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge etwas mitbringt“.
Gerwers erinnert an die Forderung „0 Cent für die Betuwe“. Schlimmstenfalls blieben bei Emmerich Kosten über 70 Millionen Euro und bei Rees über 40 Mio. hängen.- Das würde die Haushalte sprengen.
Bislang hielt die DB an der Strecke konventionellen Lärmschutz für ausreichend. Die betroffenen Kommunen fordern dagegen einen innovativen Lärmschutz „statt vier bis sechs Meter hoher Wände, die die Orte zerschneiden. „Auch da hoffe ich auf gute Nachrichten“, so Gerwers.
Die Bahnunglücke in Viareggio, Ostwestfalen und erst Donnerstagnacht bei Dinslaken hätten gezeigt, dass bei den Güterzügen eine gewisse Störanfälligkeit gegeben ist“. Weil man künftig mit 75 % Gefahrgutzügen rechnet, fordere die Region größtmögliche Sicherheit. Die Bahn möge den fachlich fundierten Forderungenkatalog des Arbeitskreises Streckensicherheit, in dem die Feuerwehren säßen, ernst nehmen.
Der CDU-Landtagsabgeordnete und Staatssekretär Manfred Palmen erwartet am 1. April „Klartext. Wir wollen die versprochenen 0 Cent für die Betuwe, Sicherheit und Lärmschutz“. Von Worten lasse er sich aber nicht beeindrucken. Entscheidend seien Taten.
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