Hirte, Pilot und Stadtwerke-Chef

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Emmerich..  171 Flüchtlinge leben aktuell in Emmerich. Wo kommen sie her? Was haben sie in ihrer Heimat beruflich getan? Dazu hat die Verwaltung Interessantes herausgefunden. Die Ergebnisse präsentierte Fachbereichsleiter Hans Sterbenk im Sozialaussschuss. Danach kommen die meisten Flüchtlinge (= Asylbewerber und geduldete Personen) aus Syrien (20). Es folgen Eritrea (14), Albanien, Serbien, Mazedonien (je 12), Kosovo (11), Nigeria (10), Iran (9). Nahezu täglich verändert sich die Zusammensetzung – in jedem Fall ein buntes Völker- und Konfessionsgemisch. 126 sind Moslems. 28 Christen, sechs Hindu. Rund zwei Drittel sind Männer. 44 Kinder bzw. Heranwachsende gibt es im Asylbereich, 20 gehen zur Schule.

Rotterdamer Straße wohl raus

Vielleicht noch aufschlussreicher ist die Auflistung nach Berufen, die die Flüchtlinge in ihren Heimatländern ausgeübt haben. Über ein Drittel hat vorher gearbeitet oder bringt zumindest eine Ausbildung mit. Auch hier ergibt sich ein buntes Bild: Apotheker (1), Aushilfe (1), Bauingenieur (1), Putzer, Bau (4), Stadtwerke-Chef (1), Elektriker (1), Elektro-Ingenieur (1), Fahrer (8), Gärtner (1), Händler (1), Hilfsarbeiter am Bau (1), Hirte (1), Laborhelfer (1), Landwirtschaftshelfer (1), Jäger/Schlachter (1), Kfz-Mechaniker (2), Lackierer (3), Lehrer (2), Sportlehrer (1), Maler (3), Masseur (2), Maurer (1), Krankenpfleger (1), Pilot, (1), Politiklehrer (1), Polsterer/Schreiner (2), Schweißer (1), Programmierer (2), Soldat (1), Dolmetscher für die US-Armee (1), Student (1), Tellerwäscher (1), Verkäufer (6), Agrarwissenschaftlerin (1), Journalistin (1), Kfz-Elektrikerin (1), Köchin (2), Näherin (1) und Reinigungskraft (1). Diese Angaben seien Anhaltspunkte für eine berufliche Integration, sagte Sterbenk. Denn viele Flüchtlinge wollten etwas tun und ihre Zeit nicht nur in ihren Unterkünften vertun. Seit 1. März dürfen Asylbewerber unter bestimmten Voraussetzungen eine Stelle annehmen. Sterbenk teilte mit, dass gerade ein Flüchtling einen 1-Euro-Job am Bauhof angetreten habe, 15 bis 20 seien gemeinnützig tätig.

Folgt man der Prognose des Bundesamtes, dürfte es in Emmerich zum Jahresende mindestens 240 Asylbewerber geben. „Wir haben es im Griff, es gibt keine Not“, meinte Bürgermeister Diks, doch das könne sich rasch ändern. Im Heim an der Tackenweide leben 39 Männer, in der Obdachlosen-Unterkunft daneben übergangsweise zwei Personen. 17 leben in Wohnungen auf der Reeser Straße, 27 in der Oel-straße (altes Kolpinghaus) und vier Am Löwentor. Weitere 84 leben in 16 an gemieteten Wohnungen auf Blücherstraße, Gerhard Cremer-Straße, Großer Wall, Hühnerstraße, Mühlenweg, ‘s-Heerenberger Straße, Speelberger Straße und Wollenweberstraße.
Diks kündigte eine Sondersitzung des Sozialausschusses in vier bis sechs Wochen an, wo er einen neuen Vorschlag für eine weitere zentrale Unterbringung machen will. Bisher war als Standort die Rotterdamer Straße im Gespräch.