Heimliches Gutachten: Eltens Luft ist wieder Spitze!

Früher stand in Elten schon mal ein Aussichtsturm. Als Elten noch Luftkurort war. Dieses Bild hängt im Hotel Wanders
Früher stand in Elten schon mal ein Aussichtsturm. Als Elten noch Luftkurort war. Dieses Bild hängt im Hotel Wanders
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Luft in Elten ist Spitze. Das geht aus einem Gutachten hervor, dass der Kneipp-Verein heimlich in Auftrag gegeben hat. Damit dürfte eine Hürde auf dem Weg zum Luftkurort genommen sein.

Elten..  Elten hat wohl eine weitere Hürde in Richtung Luftkurort und schlussendlich auch Kneippkurort überwunden. Ein Lufthygiene-Gutachten zeigt: Die Luft in Elten ist Spitze! Das komplette Gutachten liege zwar noch nicht vor, „aber die Messergebnisse stehen fest. Sie liegen deutlich unter den einzuhaltenden kurörtlichen Grenzwerten“, sagt Dr. Manon Loock-Braun, Vorsitzende des Kneipp-Vereins, der das Gutachten im September 2014 in Auftrag gegeben hatte.

Heimlich in Auftrag gegeben

Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm Stichstoffdioxid pro Quadratmeter. Der kurörtliche Grenzwert bei 32 Mikrogramm, wobei zwischen Ortskern und Peripherie nochmal unterschieden wird. Eltens Werte kommen im Schnitt auf 16 bis 17 Mikrogramm, unterstreicht Loock-Braun.

Das Gutachten wurde sozusagen heimlich in Auftrag gegeben: „Es sollte niemand die Werte beeinflussen. Reicht ja schon, wenn jemand seinen Grill daneben aufstellt“, verrät die Vorsitzende. Diese Werte sind auch vor dem Hintergrund erstaunlich, dass bekanntlich an der Schmidtstraße schon mal Grenzüberschreitungen gemessen wurden, die ja zur Sperrung der Straße für Lkw ab 3,5 Tonnen führte. Was aus verkehrlicher Sicht nützlich war, wäre für einen Luftkurort Elten nicht gut.

Schon damals im September hatten die Experten – Hans-Joachim Bähdorf, Geschäftsführer der Gesundheitsagentur NRW, und Prof. Dr. Dr. Jürgen Kleinschmidt vom Präsidium des Deutschen Heilbäderverbandes – ihre Messgeräte dabei, die sie gut versteckt aufstellten. Am Minigolfplatz in Hochelten sowie im Dr.-Robbers-Park. Über zwölf Wochen tauschte Loock-Braun die Messsonden wöchentlich aus und schickte sie ins Labor. Das müssen Unverbesserliche beobachtet haben, denn eine Sonde am Park wurde gestohlen, weshalb man das Messgerät an die Wetterstation am Martinusstift verlagerte.

Der Kneipp-Verein wird erst das Projekt Luftkurort in Angriff nehmen. Außer dem bisher erreichten fehlen noch folgende Bausteine:

1. Gestaltete Gartenflächen. Diese könnten auf dem alten Friedhof Stokkumer Straße, im Sinnesgarten am Martinusstift sowie im Dr.-Robbers-Park entstehen. Ist machbar!

2. Es müssen zwei Gastbetriebe kneipp-zertifiziert sein, dazu müsste Elten (und Umgebung) insgesamt 100 Gästebetten anbieten. Mit der Realisierung des Waldhotels Elten wäre das schon geschafft. Auch das Hotel Wanders sei wohl interessiert an der Zertifizierung, so Loock-Braun.

3. Die Verkehrsbeeinträchtigung im Ort darf nicht übermäßig sein.

4. Ein Gutachten zum Bioklima ist nötig. Ist bereits in der Mache.

5. und 6. Es müssen Informationen vorgehalten werden, wie die Eltener Luft genutzt werden kann und welchen positiven Effekt ein Aufenthalt für die Gäste hat.

7. Ein Terrainkurzwegenetz mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden muss her. Wenn die im Masterplan Hochelten vorgesehenen Wege realisiert werden, dürfte das kein Problem mehr sein.

8. Ein öffentliches WC. Das steht im Masterplan oben auf der Liste.

9. Eine zertifizierte Touristen-Information in Elten.

Kardinalfrage: Wann kann Elten wieder Luftkurort werden? „Das könnte frühestens in zwei Jahren soweit sein“, sagt Loock-Braun.