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Heimatforscher aus Mehr mit dem Rad auf Recherche

10.02.2016 | 07:00 Uhr
Heimatforscher aus Mehr mit dem Rad auf Recherche
Bernhard Obbeck zeigt Publikationen seines Großvaters, des Heimatdichters Hermann Obbeck.Foto: Thorsten Lindekamp

Mehr.   Vor rund 50 Jahren starb der Heimatforscher Hermann Obbeck aus Mehr. Grund für das Heimatmuseum Haffen-Mehr, an sein Werk zu erinnern.

Hermann Obbeck (1897-1965) war Bahnbeamter. Als solcher hatte der Mehrer freie Fahrt mit der Deutschen Bundesbahn. Die Bahn nutzte er häufig, um seiner Leidenschaft zu frönen: dem Besuch diverser Archive bis hin nach Xanten, Münster und Trier, um die Geschichte des Ortes Mehr und umliegender Dörfer zu erforschen. Vor gut 50 Jahren verstarb der Heimatdichter und -forscher.

„Nur die älteren Bewohner kennen ihn noch“, bedauert Hildegard Pollmann vom Heimatmuseum Haffen-Mehr. Aus Anlass der 50. Wiederkehr seines Todestages hatte die Mehrerin nun seinen Enkel Bernhard Obbeck ins Museum gebeten, um an das Werk Obbecks zu erinnern und es zu würdigen.

„Tatsächlich habe ich nicht allzu viele Erinnerungen an meinen Großvater“, gesteht der 57-Jährige. Er sei zwar mit ihm aufgewachsen, aber „mein Opa war viel unterwegs“. Auf Recherche. Nicht selten fuhr dieser in seiner Freizeit mit dem Rad zum Stiftsarchiv Xanten oder eben mit der Bahn – nach Münster beispielsweise. Auch dann hatte Obbeck sein Fahrrad dabei. „Um vom Bahnhof aus schneller im Museum sein zu können“, weiß sein Enkel Bernhard.

Informationen, die der Heimatforscher dort aufspürte, fanden ihren Niederschlag in Artikeln und Beiträgen diverser Chroniken, in Heimatkalendern oder der Tageszeitung. So beschäftigte er sich mit dem Ursprung des Ortes Mehr, eine Ansiedlung der keltischen Menapier – nachzulesen in der Chronik der katholischen Pfarrgemeinde Mehr. Auch mit den Anfängen des Bürgerschützenvereins 1484 e.V. hat sich Hermann Obbeck, der viele Jahre lang als Schriftführer des Vereins fungierte, beschäftigt.

„Mein Opa war ein belesener Mann“, weiß Bernhard Obbeck. Obwohl er „nur“ die Volksschule besucht hatte, habe er lateinische Texte lesen können. Auch nutzte Obbeck jede Gelegenheit, um mit Mehrer Bürgern ins Gespräch zu kommen, um Ahnenforschung zu betreiben oder die Geschichte der Höfe (Maststockshof, Klückenhof, Sandenhof)nachzuvollziehen. Somit war Hermann Obbecks Rat gefragt, als Anfang der 1960-er die Straßen Namen erhielten. „Er kannte noch die alten Flurbezeichnungen“, so Bernhard Obbeck, der an der Klappheckstraße 18 und damit in dem Haus wohnt, das sein Opa einst gebaut hat.

Maria Raudszus

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2016-02-10 07:00
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