Heftiger Schlagabtausch

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Rees..  Heftig, äußerst heftig war der Schlagabtausch, der im Ausschuss für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe entbrannte. Es ging um das Thema: Soll For Farmers/Thesing erlaubt werden, die Verladestelle Reeser Eyland dauerhaft zu nutzen oder nicht? Die Positionen sind seit Monaten klar: CDU, SPD und FDP sind dafür. Die Grünen dagegen.

Gestern nun eröffnete Helmut Wesser, Fraktionschef der Grünen, die Debatte mit einer generellen Stellungnahme zum Thema. „Das sonst so oft ins Feld geführte Schutzgut Mensch ist hier in hohen Maße betroffen“, sagte er. Kran und Silo hätten bau- und immissionsrechtlich nicht den gesetzlichen Erfordernissen entsprochen und nachgebessert werden müssen, fuhr er fort. Mit der künftigen Erhöhung der Umschlagmenge müsse seitens der Haffener Bevölkerung ein Vielfaches mehr an Belastung hingenommen werden, beispielsweise durch vermehrten Lkw-Verkehr im Dorf.

„Wenn ich mit Mitarbeitern der Firma rede, dann sprechen die nicht von Stäuben, sondern von der Angst den Arbeitsplatz zu verlieren“, konterte CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Karczewski. Grund dafür sei, dass die Gewinnmarge der Firma zurückgefahren werde, wenn die Lkw statt in Reeser Eyland am Weseler Hafen verladen müssten. Als Folge stünde möglicherweise eine Betriebsschließung an mit dem Verlust von 120 Arbeitsplätzen und einem der besten Gewerbesteuerzahler obendrein.

Die Grünen bezweifeln dies. Albert Bömer (Grüne) erinnerte noch einmal daran, dass seine Fraktion diverse Alternativen aufgezeigt hatte. „Der Unternehmer war durchaus bereit, Kompromisse zu machen“, sagte er. „Eine Chance, die wir verpasst haben weil seitens der Genehmigungsbehörde schon von Anfang an signalisiert wurde, dass der Verladehafen Reeser Eyland genutzt werden darf“, so Margret Derksen (Grüne). Es gehe nur um die wirtschaftliche Optimierung des Betriebes, so Wesser. „Die Zustimmung zur Betriebserweiterung haben sie doch mitgetragen“, schimpfte Peter Friedmann (SPD). „Ich glaube, das war nur eine Scheinzustimmung, um das Projekt von hinten rum zu torpedieren“, wurde er unsachlich. „Danke – ein Seher“, entfuhr es Wesser nicht weniger unsachlich.

Mit den drei Gegenstimmen der Grünen wurde mehrheitlich eine erneute Offenlage beschlossen. Diese ist nötig, weil die Sonderbaufläche nach Ablauf der bisherigen Genehmigung von der Größe nicht ausreichen würde, um die Verladestation von For Farmers/Thesing wie geplant nutzen zu können.