Harmonie bei der Hochspannung

Emmerich..  Früher musste im Grenzbahnhof die Lok gewechselt werden, ehe der Zug weiterfuhr. Heute werden die Züge in Deutschland und Holland immer noch durch unterschiedliche Stromsysteme angetrieben, im Nachbarland sogar durch zwei. Folge: Personen- und Güterzüge müssen zwischen Rotterdam und Emmerich gleich zweimal das Stromsystem wechseln (siehe Grafik). Das soll, vor allem auf der Betuwe, einfacher werden. Künftig gibt’s nur noch zwei verschiedene Systeme. Während der Fahrt ist so nur noch ein Wechsel nötig. Das Umswitchen findet 5 km vor der Grenze auf deutscher Seite statt. Vorteile: Wartungsarbeiten und Anschaffungskosten werden reduziert, weil weniger technische Ausstattung notwendig ist.

Für den Wechsel wählt der Triebfahrzeugführer in seinem Führerstand per Schalter das benötigte Stromsystem. Kurz vor dem Übergang in das andere System kommt der Zug in eine neutrale Zone, in der er im Regelbetrieb nur mit Schwung, aber ohne Stromversorgung rollt. Auf den knapp 450 Metern stellt das Triebfahrzeug auf das voreingestellte Stromsystem um.

Für die Anpassungen werden die Oberleitungen neu gebaut. Die Vorarbeiten beginnen im April mit der Kampfmittelsondierung. Vermutlich im Oktober geht es mit den neuen Betonfundamenten und dem Setzen von Masten für die Oberleitungen weiter. Im April und Oktober wird jeweils über einige Wochen eingleisig gefahren. Das habe, versichert eine Bahn-Sprecherin, keine Auswirkungen auf den Personenverkehr.

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