Haltepunkt Elten: 350 Meter

Die Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“ stellte am Samstag symbolisch ein Schild am Tichelkamp auf.
Die Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“ stellte am Samstag symbolisch ein Schild am Tichelkamp auf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgerinitiative der Bergretter stellte symbolisch Schild am Tichelkamp für Bahnhof auf. Das Bestmögliche für den Ort sei oberste Priorität

Elten..  Joachim Sigmund, möglicher BGE-Bürgermeisterkandidat und ehemaliger Eltener, stimmt sich schon mal auf den Haltepunkt am Tichelkamp ein. „Ich stürz‘ mich, wenn ich hier aussteige, auf den Kneipp-Kurort Elten inklusive Eltenberg oder ich fahr‘ mit dem Bus zum Römerpark „Carvium Novum“ nach Zevenaar. Ist das richtig?“, fragt der Ratsherr am Samstagmorgen.

Die Anwesenden, alle samt Mitglieder der Bürgerinitiative (BI)„Rettet den Eltenberg“ und bei der diesjährigen Säuberungsaktion des Verschönerungsvereins mit am Start, nicken. Was jetzt noch wie Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Wirklichkeit werden. Ein Haltepunkt für Elten, der zum einen nur gerade einen Steinwurf, nämlich gut 350 Meter, von der Ortsmitte entfernt ist. Aber zum anderen auch für den grenzüberschreitenden Tourismus für einen zukünftigen Kneipp-Kurort und den geplanten großen Freizeitpark ideale Voraussetzungen böte. „Wer geht denn nach Elten, wenn der Bahnhof am Sportplatz entstünde. So gut wie keiner“, ist sich Silke Peschel sicher.

Mit Blick auf St. Martinus und die leerstehenden Gewächshäuser auf der gegenüberliegenden Seite der jetzigen Bahntrasse haut Sohni Wernicke zwei Pflöcke in den Boden. Mit dem Bahn-Experten Johannes ten Brink wird das von Frank Jöris provisorisch angefertigte Schild „Haltepunkt Elten. Bitte hier“ befestigt.

Genau an der Stelle, wo nach der „ten Brinkschen“-Variante der neue Haltepunkt entstehen soll: „Wir haben heute den ‚Tichelkamp‘ gesäubert und symbolisch auf seine wichtige Aufgabe vorbereitet.“ Marita Weit zückt zwei Sektgläser und einen Piccolo und es wird auf den „Haltepunkt in spe“ angestoßen. „Das ist alles losgelöst von der Planung der Betuwe zu sehen“, unterstreichen die Bergretter und auch Johannes ten Brink.

„Wir sind sehr beharrlich und wollen das Bestmöglichste für Elten. Wir wünschen uns auf jeden Fall, dass die Väter und Mütter der Stadt und der Bürgermeister sich aufraffen und endlich sagen, was die Bürger wollen“, so Sohni Wernicke energisch. Zugleich findet er es äußerst bedauerlich, dass der Einladung zu diesem symbolischen Akt lediglich der mögliche BGE-Bürgermeisterkandidat Sigmund gefolgt sei. „Obwohl alle eingeladen waren.“

Netter Nebeneffekt

Die Straße „Tichelkamp“ hat sich trotz 50er-Regelung zur wahren Rennstrecke entwickelt. „70 Sachen ist hier nichts“, so Frank Jöris. Hinzu kämen die Lkw, die bekanntlich den Ortskern umfahren müssten. Am Samstag fuhren viele aber im Schneckentempo dort. Blaue Müllbeutel entlang der Straße und die auffallend gelben T-Shirts der Bergretter sorgten dafür, dass viele den Fuß vom Gaspedal nahmen.