Halderns neuer Dorfkaiser heißt Manfred Daleske

Manfred Daleske wird von seiner Frau erstmal gedrückt. Beide freuten sich sehr. Allerdings wird an Daleskes Seite wie im Königsjahr 2005 Klaudia Thielemann als Kaiserin stehen.
Manfred Daleske wird von seiner Frau erstmal gedrückt. Beide freuten sich sehr. Allerdings wird an Daleskes Seite wie im Königsjahr 2005 Klaudia Thielemann als Kaiserin stehen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Kaiserschießen steht nur alle 25 Jahre an. Die Könige von drei Vereinen traten an. Der Brudermeister von St. Josef Haldern holte den Vogel von der Stange.

Haldern..  Er hat sich lange gewehrt, der hölzerne Kaiservogel. Am Ende fiel er doch und Brudermeister Manfred Daleske ist der glückliche Sieger eines dramatischen Schießens am Samstagnachmittag auf dem Dorfplatz an der Lindenstraße. Daleske ist damit der neue Dorfkaiser von Haldern und löst nach 25 Jahren Hannes de Witt ab. Zu seiner Kaiserin wählte er, wie schon in seinem Königsjahr 2005, Klaudia Thielemann.

Das Dorfkaiserschießen ist der Beginn der Feierlichkeiten der 975 Jahr-Feier des Lindendorfes. Dazu wurden alle 121 Könige der drei Schützenvereine der Gemeinde Haldern – die St. Josef Bruderschaft Haldern, der Allgemeine Schützenverein Wittenhorst-Töven-Sonsfeld und der Allgemeine Schützenverein Helderloh-Heeren-Herken – eingeladen 102 waren gekommen. Nach einem kurzen Umzug mit anschließendem Kaffeetrinken im Festzelt, begrüßte Bernhard Uebbing, Vorsitzender des Heimatvereins, die geladenen Königspaare und warf einen kurzen Blick zurück in die Geschichte und erinnerte daran, dass auch vor 25 Jahren bei bestem Kaiserwetter gefeiert werden konnte.

Sonja Teloh ist Knüppel-Kaiserin

Dann ging der Wettbewerb endlich los. Gegen 15.30 Uhr fiel der erste Schuss auf das bunte Federvieh, das auch diesmal von Michael „Mackel“ Herbst gebaut wurde. Den Kopf sicherte sich Gregor Drost und stellte dabei eine kleine Besonderheit fest. Denn der Kopf symbolisierte auch eine Weltkugel mit den Kontinenten Afrika und Europa und mit einem gelben Fähnchen markiert – das Lindendorf, das zumindest an diesem Wochenende Mittelpunkt der Welt zu sein scheint.

Während die Männer also ihr Glück an der Vogelstange suchten, schwangen die Frauen auf der benachbarten Wiese den Knüppel. Jede versuchte ihre eigene Technik zu finden, um mit dem Knüppel die Preise des auf der vier bis fünf Meter hohen Stange liegenden Vogels zu treffen und von unten herauszuschlagen. Sonja Teloh hatte letztlich die beste Technik. Sie konnte sowohl den Kopf als auch den Rumpf herunterschlagen und wurde so zur „Knüppel-Kaiserin“. „Kraft und Genauigkeit“, benannte Teloh ihr Erfolgsrezept und stellte gleich klar: „Den Kopf habe ich für Haldern und den Rumpf für Helderloh geholt.“ Teloh durfte nämlich zweimal ran, da sie 2002 mit ihrem Mann Jürgen Teloh in Haldern und 2013 mit Christian Vens in Helderloh Königin war. Die weiteren Preise holten Elisabeth Bontrup (Schwanz), Brigitte Schweckhorst (linker Flügel) und Julia Herbst (rechter Flügel).

Währenddessen hatte Theo Teloh den linken Flügel abgeschossen. Der rechte Flügel ließ allerdings lange auf sich warten, bis es schließlich Johannes Landers jr. aus Helderloh war, der ihn bezwingen konnte. Der Apfel ging an Michael Herbst, das Zepter konnte Dieter Schwiening für sich verbuchen. Gegen 18.40 Uhr begann das Schießen um die Kaiserwürde. Auch hier merkte man schnell, dass es so schnell wohl nicht gehen würde. Der Vogel wehrte sich. Gegen 19.30 Uhr neigte sich der Vogel zur Seite und dreht sich schließlich komplett um. Es entwickelte sich ein dramatisches Schießen, das die Zuschauer zur Vogel­stange lockte und zu lauten Anfeuerungsrufen animierte. Schließlich war es um 20.22 Uhr Manfred Daleske, der mit dem 193. Schuss den Vogel abschoss. Zu den Klängen des Haldern-Liedes und des Spielmannszug wurde Daleske gefeiert und zur Inthronisation ins Festzelt getragen. Haldern hatte einen neuen Dorfkaiser.

121 Könige aus den drei Schützenvereinen nahmen am Kaiserschießen teil. Durch die Nachbarschaft der Vereine gab es auch Könige, die in zwei verschiedenen Vereinen Regenten waren. Neun solcher „Doppelkönige“ gab es. Sie durften zweimal pro Durchgang an den Schießstand.

Einen silbernen Jubiläumsorden bekam jeder Schütze, der beim Kaiserschießen antrat. Gestiftet von Dieter Schwiening.