Haldern soll attraktiv bleiben

Sie stellten die Halderner Dorfpost vor: Klemens Cornelißen (von links)
Sie stellten die Halderner Dorfpost vor: Klemens Cornelißen (von links)
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Örtlicher Gewerbeverein will die unternehmerische Vielfalt im Dorf erhalten. Um das zu erreichen, müssen die Bürger „mitziehen“. Zunächst einmal werden sie über Handel, Wirtschaft und Dienstleistung im Dorf informiert – mit der Halderner Dorfpost.

Haldern..  Ein Dorf mit Metzger, Bäcker, Lebensmittelladen, mit Textilgeschäft, mit Schlosserei, Gärtnerei und Schreinerei, wobei letzteres auch als Beerdigungsinstitut fungiert, findet man am Niederrhein, ja deutschlandweit, kaum noch. Vieles davon gibt es aber noch in Haldern. „Diese dörfliche Struktur gilt es zu erhalten“, sagt Klemens Cornelißen, Vorsitzender des Halderner Gewerbevereins.

„In unserem Dorf ist Musik drin!“

Denn: Mag das Shoppen im Internet zwar bequem sein, bei Reklamationen oder Fragen zum Produkt vermissen viele den Service vor Ort. Statt des Gesprächs mit dem Fachmann, muss sich der Kunde durch ellenlange Texte im Internet kämpfen oder landet in der Warteschleife des Call-Centers.

Der Gewerbeverein hat das so formuliert: „Wir meinen: In unserem Dorf ist Musik drin! Und das nicht nur zur Festival- oder Weihnachtszeit, sondern Tag für Tag. Denn unsere Kaufleute, Handwerker und Dienstleister sind das gesamte Jahr persönlich für sie da.“ „Das müssen wir den Leuten klar machen, ihnen diese Zusammenhänge Schritt für Schritt vor Augen führen“, sagt Stefan Reichmann. Denn die unternehmerische Vielfalt, die Produktivität vor Ort sei keinesfalls selbstverständlich, warnt der Festivalmacher. Schließlich spendet kein Discounter für den örtlichen Sportverein, beteiligt sich kein Großunternehmen mit Ständen an Weihnachtmarkt oder traditionellem Stengelte-Fest ...

Bewusst machen will der Gewerbeverein diese Zusammenhänge mit Hilfe der „Halderner Dorfpost“, einer neuen Zeitschrift, die ab sofort vierteljährlich herauskommt und seit gestern erstmals an alle Haushalte von Haldern und den umliegenden Bauernschaften verteilt wird. Jeweils fünf Unternehmer-Persönlichkeiten, Dienstleiter oder Kaufleute werden je Ausgabe mit einem ausführlichen Porträt vorgestellt. Gleichzeitig gehen die Autoren des Heftes auf die örtlichen Vereine und Feste ein. Ergänzt wird die Schrift durch Rätsel, die sich aufs Dorf beziehen.

In der ersten Ausgabe werden Fahrradhändler August Gissing, Maria und Klemens Cornelißen und ihre Gärtnerei, Irmgard und Gregor Stevens und ihr Bauerncafé, Makler und Bauträger Simon Vos sowie Maurer- und Betonbauermeister André Venes vorgestellt. Gleichzeitig bietet das 24 Seiten staken Heft Neues von der örtlichen St. Josef-Schützenbruderschaft. Außerdem geht die Schrift auf die Aktivitäten des Heimatvereins im ersten Halbjahr dieses Jahres ein und wirft ein Schlaglicht auf das 975-jährige Jubiläum des Dorfes Haldern, das vom 18. bis zum 20. September gefeiert wird.

Dass Haldern durchaus Potenzial hat, bestätigt Simon Vos. Nicht nur als Kunde, sondern auch mit Blick auf den Gewerbeverein, der über 80 Mitglieder zählt. Bleibt zu hoffen, dass durch dessen Aktivitäten das Dorf lebendig bleibt und es auch in fünf, zehn Jahren noch nach frischen Brötchen riecht.