Haldern Pop startet Kaltern Pop in Südtirol

So sieht’s aus in Kaltern am See. In dem Örtchen in Südtirol hebt Haldern Pop mit Partnern vor Ort ein neues Festival aus der Taufe.
So sieht’s aus in Kaltern am See. In dem Örtchen in Südtirol hebt Haldern Pop mit Partnern vor Ort ein neues Festival aus der Taufe.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Premiere erfolgt vom 15. bis zum 17. Oktober. Außerdem: Letzte Bandbestätigungen zum Haldern Pop 2015. Villagers kehren zurück.

Haldern.. Das 32. Haldern Pop Festival – präsentiert von der NRZ – steht. Auf festen Beinen (siehe weiter unten). Andernorts werden die Macher des Festivals als Geburtshelfer aktiv. Kaltern am See in Südtirol ist nämlich schwanger. Haldern Pop wird dort vom 15. bis zum 17. Oktober dem Kaltern Pop das Leben schenken.

Kaltern Pop wird kein Abklatsch des Haldern Pop –und daher auch kaum zu vergleichen. „Es wird keinen klassischen Festivalrhythmus geben“, erläutert Festivalchef Stefan Reichmann. Es werden 15 bis 20 Bands in vier ganz unterschiedlichen Lokalitäten im Ort auftreten. Zwischen den Auftritten wird so viel Luft sein, dass es auch noch genug Zeit gibt, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, die Landesküche zu entdecken oder im kleinen, aber noch bis tief in den Herbst hinein warmen Kalterer See zu schwimmen. Es sei also ein Festival für die Seele, bei dem man es sich richtig gut gehen lassen kann – „und das alles bei richtig guter Musik“, schildert Reichmann.

Sie leben das Jahr mit dem Wein

Kaltern klingt ja schon fast wie Haldern, doch das ist nur Zufall. Kaltern am See ist ein malerisch gelegener Ort. Es verbinde, so Reichmann, die alpine Tradition mit der mediterranen Leichtigkeit. Es ist zudem der Ort, der schon 1990 die deutsche Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft in Italien beheimatete. Anfang Juli soll es einen Jubiläumsbesuch der Weltmeister geben. Passend dazu wurde auch eine Sonderabfüllung des Südtiroler Alto Adige in Auftrag geben. Einen Rotwein, der genau das widerspiegelt, was die Region ausmacht. „Sie leben ihr Jahr mit dem Wein“, erzählt Reichmann.

Festivals Der Kontakt sei schon in den 60ern entstanden, als Haldern Pop-Sprecher Wolfgang Linneweber als Kind dorthin reiste. Noch heute zehrt er von diesen paradiesischen Kindheitserinnerungen. Insbesondere vom leckeren Essen. Auch Reichmann erinnert sich an die Messdienerfahrten nach Südtirol. Mit der Festivalidee sei man auf Haldern Pop zugekommen.

Ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe ihn zudem angesprochen. Dort spricht der Autor in seinem Artikel „Zuerst sterben die Dörfer und dann wir“ von der Landflucht einerseits, aber auch von der Musik und der Kunst als solche, die nur noch der Vermarktung diene. Südtirol allgemein und Kaltern im Speziellen seien Beispiele gegen die Landflucht. Die Menschen kämen zurück, sind mit ihrer Heimat verbunden und wollen etwas bewegen.

Stargaze und André de Ridder sowie Cantus Domus sind wieder dabei

Auf dem Haldern Pop Festival werden vom 13. bis 15. August wieder etliche Bands auf den verschiedenen Bühnen am Reiterplatz, in der Haldern Pop Bar, im Tonstudio Keusgen und in der Halderner Kirche zu Gast sein. Am Montag gaben die Veranstalter die letzten Gruppennamen bekannt. „Der große Name, der vielleicht noch erwartet wurde, ist nicht da-bei“, erläutert Stefan Reichmann. Dennoch sei er sehr zufrieden mit dem Programm. Es sind schließlich die ganz persönlichen und individuellen Erlebnisse und Bands, die ein einfaches Konzert zu einem einzigartigen Moment werden lassen.

Dennoch sind viele der bestätigten Bands keine Unbekannten für das Publikum. Es sind viele Rückkehrer. Villagers (Conor O’Brien) etwa begeisterte in jüngsten Jahren zweimal beim Haldern Pop. Auf die herrlichen Melodien des kleinen Mannes mit großer Stimme darf man sich freuen. Das Orchester Stargaze und der Dirigent André de Ridder sind inzwischen Stammgäste. Gerade im Zusammenspiel mit anderen Künstlern entstehen

besondere Momente, die sich nicht wiederholen lassen. Gleiches gilt für den Chor Cantus Domus aus Berlin, der im Vorjahr etwa mit The Slow Show Magisches entfachte. Liam Ó Maonlai und Peter O'Toole von den Hothouse Flowers sorgten 2014 in der Pop Bar schon für ein gelungenes Wiedersehen. Jetzt dürfen die seit den 80ern bekannten Musiker das beim Festival gerne toppen.

Weitere Bands: DMA’s (AUS), Douglas Dare (UK), Grandbrothers (DE), Kapok (NL), Kiko King & Creativemaze (DE), Mark Geary mit Grainne Hunt (IRL), Somebody Jacob (DE), Terra Profunda (HU) und Tour of Tours (DE/NL/US).