Händler ziehen gemischte Bilanz

Michaela Maiß (re.) und Kerstin Kathke im Fachgeschäft „Tafelhaus“ mit den Rennern des Weihnachtsgeschäftes 2014: Ritzenhoff Gläser und Nudelmaschine.
Michaela Maiß (re.) und Kerstin Kathke im Fachgeschäft „Tafelhaus“ mit den Rennern des Weihnachtsgeschäftes 2014: Ritzenhoff Gläser und Nudelmaschine.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wintereinbruch beeinträchtigt den Start der Umtauschaktionen. Einige Geschäftsleute sind’s zufrieden, andere beklagen den Kaufkraftverlust.

Emmerich..  Das Telefon stand am Samstag bei Abbing & Bolk auf der Steinstraße nicht still. Grund waren aber nicht falsch bestellte Weihnachtsgeschenke. „Viele haben keinen Fernsehempfang wegen des Schnees auf der Schüssel“, sagte Christoph Bolk. Ansonsten startete das Umtauschgeschäft wegen des Wintereinbruchs eher zurückhaltend. Bolk geht auch davon aus, dass die gekauften Gutscheine erst in den nächsten Tagen bei besserem Wetter eingetauscht werden.

Nicht vom schlechten Wetter abhalten lassen haben sich Maximilian Loheide und Vater Michael. Der 18-Jährige hat zu Weihnachten ein Smartphone geschenkt bekommen und ließ sich von Patrick Modrow fachkundig über eine für ihn passende Prepaid-Telefonkarte mit Internetzugang beraten. Und ist auch fündig geworden. So manch ein Kunde schaute auch noch schnell vor dem Jahreswechsel vorbei und informierte sich über ein Jahresabschlussangebot von Sky, das für zwei Jahre mit einer monatlichen Ersparnis von 18 Euro wirbt.

Viele Gutscheine wurden bei „Leselust“ für den Gabentisch gekauft, berichteten Angela Mies und Monika Kersjes, die ebenfalls keinen Kundenansturm zu verzeichnen hatten. Doch in der Vorweihnachtszeit „ist gekauft worden wie sonst was. Hier war der Teufel los.“ so Mies. Das Umtauschgeschäft hingegen sei in den letzten Jahren schon immer sehr gering gewesen.

Sie rechnet allerdings damit, dass in den nächsten Tagen Spitzentitel wie „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling oder „Darm mit Charme“ von Giulia Enders noch umgetauscht werden - „einfach weil sie doppelt geschenkt wurden.“ Karin Stockhoff vermutet, dass viele Kunden wegen des schlechten Wetters lieber dorthin gefahren sind, „wo ein Dach drüber ist“ wie etwa im Centro.

Nach einem „sehr, sehr guten Weihnachtsgeschäft“ konnte es auch Michael Terstegen von „Alexander-Moden“ am Samstag ruhig angehen lassen. Am späten Vormittag war erst ein Mütze-Schal-Set zurück gegeben worden. „Da im Vorfeld schon gut ausgesucht und bewusst gekauft wird, war in den letzten Jahren in Sachen Umtausch immer schon wenig los“, so Terstegen.

Renner bei den Einkäufen waren Daunensteppwesten und Grobstricksachen. „Auch der Gutschein-Verkauf war sehr gut“, so Terstegen. Nebenan bei „la belle-Moden“ war es ebenfalls ruhig. „Unser Klientel kauft vor Weihnachten gezielt fürs Fest“, so Astrid Meyer. „Wir haben viele Gutscheine verkauft und daher natürlich wenig Umtausch“, ergänzte Kollegin Marlies Hox.

„Quer durch die Bank“, so Kerstin Kathke, war beim „Tafelhaus“ am Neumarkt für Weihnachten eingekauft worden - auch eine Ente als Türstopper. Die hat dem Beschenkten nicht so ganz gefallen und wurde am Samstag zurück gegeben. Dafür gab es dann einen Gutschein. „Hand- und Saunatücher, Ritzenhoff-Gläser, Nudelmaschinen und sehr viel Deko waren die Renner im Weihnachtsgeschäft“, berichtete Michaela Maiß.

Alexander Klees ließ sich vom Wetter nicht abhalten und ging zu Sport Tenhagen, um die Airmax-Schuhe von Nike umzutauschen. Seine Liebste hatte sich in der Größe vertan und ihm ein Paar Turnschuhe in Größe 42 unter den Tannenbaum gelegt. „Ich trage aber zwischen 43 und 44“, so der 31-jährige Emmericher.

Bei Juwelier Ulrich Kreutz in der Kaßstraße war der Umtausch so kurz nach den Feiertagen nicht das beherrschende Thema, trotzdem war einiges los. Kunden hatten Änderungswünsche und lösten fleißig Gutscheine ein. „Das Weihnachtsgeschäft lief nur die letzten zweieinhalb Tage gut“, berichtete Kreutz, „dieses Mal war es noch etwas rummeliger“.

Eine „durchwachsene“ Zwischenbilanz zog Harald Plevier von Ring Foto, „die Kaufkraft in Emmerich lässt permanent nach“. Es sei schade, dass viele Kunden auswärts einkauften, „wo die Attraktivität der Innenstädte noch so ist, dass man Impulse setzen kann“. Plevier: „Das fängt bei uns doch schon mit der Weihnachtsbeleuchtung an, die zu wünschen übrig lässt.“ Es sei schwierig, Kaufkraft nach Emmerich zu locken, wenn andere Städte gleichzeitig auch verkaufsoffene Sonntage hätten.
„Die Kundenfrequenz war richtig schlecht“, hieß es in einem Spielwarengeschäft. Viele kauften online ein, denn es drehe sich nun einmal alles um den Preis.

In der Parfümerie Pieper immerhin lief das Weihnachtsgeschäft „dufte“, wie Monique Kroesen zu berichten wusste, „vor allem „La vie est belle“ von Lancome habe sich gut verkauft. Kein Wunder, wenn das Parfüm „das Leben ist schön“ heißt.