„Groteske Fehlentscheidung“

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Rees/Emmerich..  Zu einer Reihe von zum Teil heftigen Reaktionen haben die Berichte über die Pappelfällaktionen am Holländerdeich in Millingen und an der Budberger Straße in Emmerich auf der Internet-Seite der NRZ geführt. Hier einige Auszüge.

„Die Pappeln zu fällen, ist eine groteske Fehlentscheidung des bezahlten ‘Naturschutzes’, der nicht mehr dazu in der Lage zu sein scheint, in ökologischen Zusammenhängen zu denken. Anscheinend völlig betriebsblind, versteift man sich auf die zugewiesene Spielwiese und sieht nicht mehr die wirklich bedrohlichen Entwicklungen für sehr viele Tier- und Pflanzenarten. Die sogenannten ‘Ausgleichsmaßnahmen’, die oft in wertlosen Flächenpools weitab vom geschädigten Ort oder gar nicht realisiert werden, dienen nur zur Beruhigung der Bevölkerung. ... Die Wattvögel sind durch die Pappeln nicht bedroht. Früher gab es viele Kiebitze und Pappelreihen, Kopfbäume und Hecken.

Das Gebiet zwischen Rhein und Rees-Esserden, Androp, Millingen, Bienen, Praest, Vrasselt bzw. Emmerich ist von einem grandiosen Kahlschlag geprägt.“ (Heckenschutz | #1)

„In den vergangenen Jahren wurden viele Hecken zwischen Bahn und Hetter gerodet; im Emmericher Raum gerade wieder zerfleddert und verstümmelt. Die Hetter ist eher geschädigt und gefährdet durch die Autobahn (A 3), den irrsinnigen Güterverkehr auf der Bahnstrecke Rotterdamer Hafen – Rheinschiene, Kiesbaggerei und verfehlte Entwässerungspolitik, zunehmenden Gifteinsatz in der Agrarindustrie und das Wegpflügen der letzten Feldraine und Wegränder überall.

Unter anderem bei google earth kann jeder sehen, dass die Baumreihe am Holländerdeich eine der letzten Biotopverbundlinien zwischen Rhein und Waldstreifen bei Anholt und Gendringen/Ulft (Issel) darstellte. Ich bin selbst am Rand der Hetter aufgewachsen und weiß, wieviel Heckenstrukturen dort vernichtet worden sind seit den 50er-Jahren!“ (Heckenschutz | #2)

„Der Hinweis des Diplom-Biologen auf den Nutzen für die Bewohner der Heckenstreifen ist ein Witz oder eine Frechheit, je nach Standpunkt. Welche Heckenstreifen meint er denn, nachdem diese weitestgehend gerodet oder massiv gestutzt wurden? In welchem Strauch sollen die Vögel Schutz suchen? ... Wer sich das Gebiet um die Hubertusgewässer, Budberger Straße, Flassertweg ansieht, der sieht eine misshandelte Natur.“ (haweef | #6)