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Großvater gesteht, Enkelin sexuell missbraucht zu haben

12.02.2016 | 19:00 Uhr
Großvater gesteht, Enkelin sexuell missbraucht zu haben
Schon im Mai 2015 musste sich der Rentner (li, verdeckt) wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkelkinder verantworten.Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees/Kleve.   68-Jähriger erhielt am Landgericht Kleve Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. 750 Euro muss er dem Kinderschutzbund zahlen.

Die Enkelkinder mochten ihren Großvater, besuchten ihn regelmäßig in dessen kleinem, gemieteten Häuschen. Doch dann kam es ans Licht: Der 68-jährige Rentner soll zwei Enkelkinder zwischen Januar und Oktober 2013 bei sich zuhause sexuell missbraucht haben. Am Freitag fällte die Jugendkammer am Landgericht Kleve das Urteil: Der Mann erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung, dazu muss er 750 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Bereits im vergangenen Mai hatte sich die Strafkammer mit dem Fall befasst, dann aber, auch weil der Beklagte seine Unschuld beteuerte, ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Das lag jetzt vor.

Bei Übernachtungen gegen den Willen angefasst

Vorgeworfen wurde dem gelernten Schweißer, der u.a. nach eigenen Worten bei einer Spezialeinheit der Bundeswehr gedient haben will, die Kinder, die auch immer wieder bei ihm übernachtet hatten, gegen deren Willen unter anderem an der Brust und im Genitalbereich angefasst zu haben.

Zum Anfang der Verhandlung kam dann Bewegung ins Verfahren: Aufgrund des Gutachten-Inhaltes bot der Anwalt des Angeklagten mit Blick auf das jüngere Opfer, das heute elf Jahre alt ist, eine Erklärung seines Mandaten an, sprich ein Geständnis. Die Aussage des jüngeren Kindes, bestätigte später die Sachverständige, sei teilweise nicht so glaubwürdig wie das des heute 15-jährigen Opfers.

Durch das Geständnis, so der Anwalt, könnten den Kindern, besonders dem jüngeren, weitere Aussagen vor Gericht erspart bleiben. Das wiederum hatte zuvor schon der Vorsitzende Richter Christian Henckel angeregt. Nach einer Pause ließen sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Nebenkläger auf eine entsprechende Vereinbarung im Falle eines Geständnisses ein. Maximal sollte der Angeklagte zu 1,6 Jahren auf Bewährung verurteilt werden.

Laut Richter gute Perspektive für die Zukunft

So kam es dann auch. Der Großvater legte ein Geständnis ab, was das ältere der beiden Mädchen betraf. Dafür reduzierte die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von zuvor acht auf vier Fälle.

Auf die Frage des Richters, wie er sich sein Verhalten erkläre, das für Familie und Kinder und ihn selber ein „Desaster“ sei, reagierte der Mann mit Verzögerung. „Es tut mir leid“, antwortete er. Wegen seines frühen Geständnisses, seines Alters und dem Umstand, dass er nicht vorbestraft ist, bescheinigte ihm der Richter eine gute Perspektive für die Zukunft. „Lassen Sie sich jetzt nichts mehr zu Schulden kommen“, riet er ihm.

Das Strafmaß lag dabei zwei Monate unter der Forderung der Staatsanwältin. Der Anwalt, der sich zuvor bei ihr für deren Entgegenkommen bedankte, hatte auf eine Freiheitsstrafe von maximal ein Jahr und drei Monaten gehofft.

Wolfgang Remy

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Großvater gesteht, Enkelin sexuell missbraucht zu haben
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2016-02-12 19:00
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