"Gotteshaus der Superlative"
19.10.2008 | 19:17 Uhr 2008-10-19T19:17:22+0200JUBILÄUM. Stadtpfarrer Peter Kossen mahnte: "Wenn Ihr wollt, dass auf Speelberg auch zukünftig eine Kirche steht, dann müsst ihr auch kommen." Zum 75. Kirchweihfest strömten sie in Scharen herbei.
SPEELBERG: "Die Liebfrauenkirche ist ein Gotteshaus der Superlative!" In seiner Ansprache auf dem Kapaunenberg brachte es Bürgermeister Johannes Diks auf den Punkt. In der Tat ist die Kirche auf dem Speelberg eine besondere. Als einzige in Emmerich überstand sie den Weltkrieg nahezu unbeschadet. Zudem war sie in der Rekordzeit von nur 223 Tagen erbaut worden. Am 22. Oktober 1933 hatte die Weihe stattgefunden, Grund genug für die heutige Gemeinde, fast auf den Tag 75 Jahre später ein rauschendes Fest zu feiern.
Auftakt mit Festkonzert
Begonnen hatte die Jubi-läumsfeier mit einem Festkonzert in der Kirche. Unter der Leitung von Johannes Wellen intonierte das Kammerorchester die "Wassermusik" von Händel. Höhepunkte innerhalb der gut 30-minütigen Darbietung waren die Sätze, denen die Hornbläser einen besonders festlichen Glanz verliehen. Lang anhaltender Applaus war der Lohn für die sehr gelungene Interpretation der schwierig zu spielenden, äußerst vielgestaltigen Suite. Ein wahrer Ohrenschmaus war auch das mit Orchesterbegleitung vom Kirchenchor mehrstimmig und kanonartig vorgetragene Lied "Wie lieblich sind deine Wohnungen" von Gustav Merkel, zugleich eine wunderbare Entsprechung zu der an Hausfassaden erinnernden inneren Struktur der Lieb-frauenkirche.
Übergangslos begann nun die Festmesse. Durch das Hauptportal zogen das von Pastor Kossen angeführte Seelsorger-Team, Messdiener, Abordnungen der KAB sowie der Pfadfinder mit ihren Bannern in die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche ein. Mit den Worten "Schön, dass Ihr alle da seid!" begrüßte Kossen die Gläubigen. Ebenso herzlich hieß er den aus Speelberg gebürtigen Pastor Ewald Brammen aus Bocholt willkommen.
Dem besonderen Jubiläum entsprechend war ein außergewöhnlicher Gottesdienst komponiert worden. Zu diesem Gesamtkunstwerk trugen die im Wechsel mit Orgelklängen (Stefan Burs) und Gemeindegesang von Kammerorchester und Chor vorgetragenen Teile der "Messe in C" von Bruckner ebenso bei wie die lateinisch-klassischen Elemente, darun-ter das gregorianische "Credo" und zur Opferung das Lied "Ab ortu solis" (Vom Sonnenaufgang) von Johann Michael Haydn.
Globale Finanzkrise
Ausgangspunkt der mit kur-zen Rückblicken auf die Ge-schichte der Liebfrauenkirche und aktuellen Seitenblicken, z.B. auf die Finanzkrise, angereicherten Ansprache von Pastor Kossen war der an die Gemeinde in Thessaloniki gerichtete Brief des Paulus. Dieser habe betont, dass es in der Kirche auf die Menschen ankomme, und das gelte ebenfalls für die Liebfrauengemeinde, so Kossen. Danach ging er auf die von der KAB, der Caritas, den Pfadfindern, Hospizen, von Messdienern und anderen Teilen der Gemeinde verkörperten Begriffe Glaube, Hoffnung und Liebe ein, ehe er an die Besucher des Gottesdienstes eindringlich appellierte: "Wenn Ihr wollt, dass auf Speelberg auch zukünftig eine Kirche steht, dann müsst Ihr auch kommen und die Eucharistie feiern!" (Bernd Finke)Bei der "weltlichen" Jubi-läumsfeier im Schützenhaus auf dem Kapaunenberg, zugleich Stiftungsfest der KAB Liebfrauen, erhielten Karola und Karl Gertsen sowie Gerd und Gerda Hoedt aus der Hand der KAB-Vorsitzenden Renate Jansen die zuvor während der Festmesse in der Liebfrauenkirche gesegneten Ehrennadeln für ihre nun 50-jährige Treue zur KAB. Außerdem wurden Andre? Voller und Rainer Lemke offiziell als Neumitglieder in die KAB aufgenommen.
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Wenn die speelberger Meßdiener und zum Teil die Eltern nicht kämen, sähe es in der Stadt auch anders. Auch manche Kirchgänger von den außen Gemeinden kommen wegen den Gottesdienstzeiten zur Stadt. Man könnte ja mal in der Messe nachfragen woher man kommt.