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Golden Gate zum Niederrhein

10.08.2012 | 06:00 Uhr
Golden Gate zum Niederrhein

Emmerich.   Die Industrie- und Handelskammer widmet ihr erstes Standort-Exposé Emmerich. Auf der Expo im Oktober in München soll damit die PR-Trommel für Emmerich gerührt werden.

Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer hat Emmerich entdeckt. Ihr erstes Standort-Exposé überhaupt widmet sie dem „Golden Gate zum Niederrhein“ als Handels- und Dienstleistungsstandort. Weitere Exposés für andere Niederrhein-Kommunen folgen, kündigt die IHK an. An der Premieren-Nummer wirkte auch die Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-GmbH Emmerich mit. Damit will man auch auf der Expo Real München (8. - 10. Oktober) die PR-Trommel für Emmerich rühren.

Schokoladenseiten - natürlich

Womit? Natürlich mit Schokoladenseiten. Da wird das Rheincenter als „attraktives Entree zur Kaßstraße“ gefeiert, das sich harmonisch in die Fußgängerzone einfüge und Impulse bringe. „Grenzenlos einkaufen“ oder „Kurze Wege - breites Angebot“ lauten weitere Überschriften. Die Rheinpromenade sei unbestritten das Highlight. Die Nähe zur Flaniermeile biete in Verbindung mit ausgeweiteten Sonderöffnungszeiten „vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten“ für den Tourismus. 2011 seien die Übernachtungen um 10,8 % gestiegen. Rechne man 260 000 Tagestouristen hinzu, bringe der Fremdenverkehr satte 11,5 Millionen Euro ein, von denen auch der Einzelhandel profitierte. Von sieben Ortsteilen verfüge allein Elten als lebendiges Stadtteilzentrum „über einen gut 10-prozentigen Anteil an der Gesamt-Verkaufsfläche“.

Geschmeichelt fühlen darf sich die Steinstraße. Sie verfüge über ein „hohes architektonisches Potenzial“, heißt es da, „das durch aktuelle Sanierungsmaßnahmen aufgewertet wird“. Dann folgt Zukunftsmusik: Perspektivisch gesehen würden Kaß- und Steinstraße durch den Bau eines Wohn- und Einkaufszentrums am Neumarkt städtebaulich noch besser verbunden. Doch noch bestimmt die alte Kaufcenter-Ruine das triste Bild.

Entscheidungshilfe

Zahlen dürfen in so einer Hochglanz-Broschüre nicht fehlen (allerdings fehlen Vergleichszahlen). Kaufkraft 2011: 146,5 Mio. Euro, Umsatz: 130 Mio. Euro. In der City gibt’s 112 Ladenlokale, 54 Gastronomiebetriebe und 72 Dienstleister. Einzelhandels-Verkaufsfläche: 13 920 qm. Bei den innerstädtischen Verkaufsflächen rangiert die Bekleidungs- und Textilbranche mit 3985 qm vor Nahrungs- und Genussmitteln (2520 qm), Möbel/Wohnen (1120 qm) sowie Schuhen/Lederwaren (1020 qm).

„Händler und Immobilieneigentümer werden von ansiedlungswilligen Unternehmen häufig nach demografischen Kennzahlen, Steuerhebesätzen, einzelhandelsrelevanten Kaufkraft- und Umsatzkennziffern oder nach dem vorhandenen Besatz gefragt“, erläutert Heike Benecke, die bei der IHK das Projekt umgesetzt hat: „Mit dem neuen Standort-Exposé geben wir einen Überblick über die wichtigsten Daten, die oft als Entscheidungsgrundlage für Investitionen herangezogen werden.“ Bürgermeister Johannes Diks ist überzeugt: „Mit dieser kompakten Publikation erhalten Ansiedlungsinteressierte aussagekräftiges Datenmaterial über Emmerich als Handelsstandort.“

Von Norbert Kohnen



Kommentare
10.08.2012
08:27
Golden Gate zum Niederrhein
von Pasta | #1

Wer steht denn am Infostand Johannes Welmans ?
Die Vergleichszahlen liegen natürlich vor, aber die kann man nicht präsentieren.
Stark rückläufige Umsätze, höherer Leerstand und keinerlei Fortschritte bei wichtigen Projekten wie Neumarkt und Kaserne. Dies ist der vierte oder fünfte Auftritt unserer offiziellen Vertretung in München. Gut, dass sich nun auch die IHK einschaltet, die ja mit Ihrern Gutachten auch schon dafür gesorgt hat, dass die große Lösung für den Neumarkt abgelehnt wurde und Welasa/Schoofs den Zuschlag bekamen. Das ist jetzt ein Jahr her und passiert ist gar nichts.
Lieber Herr Kohnen fahren Sie bitte auch nach München und berichten uns aktuell von den Ergebnissen der Messe. Die Emmericher sind sehr daran interessiert wieviele Ansiedlungsinteressierte akquiriert wurden und demnächst über die unbeleuchtete "Golden Gate" in unsere Heimatstaddt kommen, denn nach 5 Versuchen sollte ja endlich auch mal was passieren.

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Frage der Woche

Quo vadis Embrica? Die CDU-Fraktion beantragt einen Masterplan für die Innenstadt. Ein Gutachter soll damit beauftragt werden, die City mal richtig auf den Kopf zu stellen und alles auszuloten, was möglich ist. Welche Potenziale hat Emmerich? Das Ergebnis soll als Basis für politische Entscheidungen über Jahre dienen. Zugleich mehren sich aber auch die Stimmen, die sagen: Emmerich braucht keinen Masterplan.

Die Frage: Ist ein Masterplan für die City sinnvoll?

So haben unsere Leser abgestimmt

Ja, die Innenstadtplanung muss mal aus einem Guss kommen.
22%
Ja, die Gesellschaft ist im Wandel, die Stadtplanung muss sich anpassen.
14%
Ja, die Verwaltung wäre mit dieser Aufgabe überfordert.
3%
Masterplan hier, Arbeitskreis da. Es wird zu viel diskutiert und zu wenig gehandelt.
25%
Nein, die Ergebnisse werden eh nicht konsequent umgesetzt.
9%
Nein, die Gutachter kosten nur viel Geld. Die Erkenntnisse sollen sich Politik und Verwaltung selbst erarbeiten.
27%
343 abgegebene Stimmen
 
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