Glas Neumann folgt auf Reymer-van Bebber in Emmerich

Kreative Glaskonstruktionen wie etwa Türen gehören zum Kerngeschäft von Glas Neumann.
Kreative Glaskonstruktionen wie etwa Türen gehören zum Kerngeschäft von Glas Neumann.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf Tradition folgt Tradition. Glas Neumann GmbH aus Twisteden und Bedburg-Hau zieht zur Reeser Straße 61.

Emmerich..  Wer aus Gewohnheit die Glaserei an der Reeser Straße 81 sucht, wird dort heute einen entsprechenden Handwerksbetrieb nicht mehr finden. Nach dem Tod von Christoph van Bebber hat Kao Chemicals bei der Glaserei Reymer-van Bebber seine Verwaltungsräume eingerichtet. Doch die Tradition des Unternehmens lebt weiter. Die Familie Neumann, die in dritter Generation die Glas Neumann GmbH in Twisteden und seit 2004 in Bedburg-Hau betreibt, hat die Geschäfte übernommen und ist an die Reeser Straße 61 neben Bebo Reifen eingezogen. Auf Tradition folgt Tradition.

Familiärer Umgang mit Mitarbeitern

Christoph van Bebber, der vor etwa einem Jahr verstarb, kannte die Neumanns schon lange. „Vor eineinhalb Jahren fragte er mich schon: ‘Willst Du den Betrieb übernehmen?’ Aber das war eher ein Spaß“, sagt Andreas Neumann, einer der vier Geschäftsführer. Zur der tatsächlichen Übernahme kam es anders. Über Vitamin B. Alex Reinhart-van Gülpen bat Josef Peters, Inhaber einer Metall- und Stahlbaufirma in Goch, einen Nachfolger zu finden. Noch jemand, der die Neumanns gut kennt. Die Entscheidung, den eisernen Rhein zu überqueren, fiel mit Blick auf die Zukunft: „Zwei Nichten und meine Tochter sind bei uns eingestiegen. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt“, erklärt Neumann: „Bedingung für die Firmenübernahme war die Übernahme der Mitarbeiter. Wir haben uns darauf eingelassen.“

Unerwartet verabschiedete sich kurz vor der Eröffnung der Meister, der sich selbstständig machen wollte. Auch die anderen „alten“ Emmericher Mitarbeiter haben sich inzwischen alle anders orientiert. Trotz Fachkräftemangel in der Branche hat Glas Neumann aber in Emmerich Fuß gefasst und zählt 40 Mitarbeiter an allen Standorten. Maler, Glaser und Verwaltungsmitarbeiter werden selbst ausgebildet und haben, so Neumann, sehr gute Übernahmechancen. Von der Investition in den Nachwuchs möchte man nämlich selbst profitieren.

Große Bedeutung habe der familiäre Umgang mit den Mitarbeitern gewonnen. „Da gibt’s auch mal private Grillabende außerhalb der Arbeitszeit. Die Mitarbeiter sind wie eine erweiterte Familie. Einige sind seit fast 40 Jahren im Betrieb“, sagt Andreas Neumann.

Als noch Großvater Matthias Neumann die Geschäfte betrieb (siehe unten), wurde vor allem Isolierglas für die Schreiner gefertigt. Die Branche hat sich gewandelt. „Heute machen wir mehr konstruktiven Glasbau“, verrät Andreas Neumann – Tische, Vitrinen, Duschen, Glasfassaden oder -dächer, -treppen oder -brüstungen.

Bekannte Beispiele sind etwa das Dach der Neuen Mitte Kleve oder die Balkone am neuen Rilano Hotel Kleve. Ganz wichtig sei auch der Reparaturservice mit 24-Stunden-Notdienst. Weitere Infos unter www.glas-neumann.de.

Vor etwa 80 Jahren eröffnete Matthias Neumann in Twisteden einen reinen Malerbetrieb. „Früher haben die Maler die Glasarbeiten auch gemacht“, erinnert Andreas Neumann. Das Glas-Geschäft gewann immer mehr an Bedeutung, bis 1980 tatsächlich ein Glasbetrieb eröffnet wurde.

Als der Firmengründer 1965 starb, übernahm zunächst seine Frau die Geschäfte. 1966 trat Sohn Werner in die Fußstapfen. Inzwischen sind auch die drei Söhne Matthias, Markus und Andreas in die Geschäftsführung aufgerückt, sodass ein Quartett an der Spitze steht.