Glanz und Spaß nicht nur am Piano

Emmerich..  Die drei älteren Damen gaben sicher die Meinung des Publikums im Stadttheater wieder, als sie in der Pause meinten: „Eine tolle Leistung! Prima, wie die beiden Pianisten auch das Publikum ansprachen.“ Sie bestätigten das, was Emmerichs Kulturchef Michael Rozendaal bei seinem Neujahrsgruß vor der Vorstellung schon gesagt hatte: „Die Gäste, die heute nicht gekommen sind, werden es sicher bedauern, wenn sie vom hervorragenden Gastspiel von David & Götz hören und lesen!“

Start mit Mama Mia

Bitteschön: Es war in der Tat ein Erlebnis, die beiden Pianisten mit ihrem Programm „Die schönste Zeit ist jetzt“ zu hören. Rund 200 Musikfreunde lauschten fasziniert den virtuosen Klängen auf zwei Flügeln – wie auch den geschickt eingestreuten Showelementen, bei denen das Publikum einbezogen wurde.

Mit dem bekannten „Mama Mia“-Motiv der schwedischen Popgruppe ABBA begann der rauschende Konzertabend im Stadttheater. Zur Verstärkung des Pianoklanges hatte man vier Mikrofone über den Flügeln montiert, die noch durch zwei Gesangsmikrofone ergänzt wurden. Eine gut funktionierende technische Beschallung vervollständigte das optimale Hörerlebnis.

Mit zwei Beispielen aus Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen, nämlich Türkischer Marsch und Die Hochzeit des Figaro, in einer allerdings eigenwilligen, aber sehr hörenswerten Bearbeitung vergaßen die Showpianisten auch nicht die Klassik. Hier war schon deutlich die Professionalität der beiden Konzertpianisten David Harrington und Götz Östlind zu erkennen, die seit 2009 als Duo auftreten.

Bald stellte sich heraus, dass David auch eine gute Stimme hat. Aus dem Musical „Phantom der Oper“ sang er Christines Song, in dem auch die hohen Töne sauber im Saal zu verstehen waren. Aus dem gleichen Bühnenstück wird man die Interpretation von „Music of the Night“ nicht vergessen können, das mit den vielen Einfällen der Akteure zu großer Begeisterung der Gäste im Saal führte.

Eine eigene Bearbeitung der „Bohemian Rhapsody“, die von der Rockgruppe Queen nach einer Vorlage von Leadsänger Freddie Mercury geschrieben wurde, fand ebenfalls große Zustimmung.

David als sächselnder Sänger in Melodien aus dem Musical „My fair Lady“ brachte die Zuhörer mehrmals zum Lachen. Erst recht, als er dabei von seinem ersten Engagement in Stralsund erzählte. Herbert van Karajan und seine typischen Gesten am Dirigentenpult, die David vorführte, blieben nicht ohne Beifall.

„Fluch der Karibik“

Dann erwarteten die beiden Pianisten die Mitarbeit der Gäste im Saal. Mit einer „Märchenoper“ der besonderen Art, in der mit den anwesenden Kindern und natürlich Erwachsenen von früher bekannte Kinderlieder (wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“) gesungen wurden, erwies sich auch das Publikum als kreative Einheit.

Songtexte von Udo Jürgens fehlten im zweiten Teil ebenso wenig wie eigene Produktionen. Dazu zählte das Improptu opus 5, Nummer 2, gespielt von Götz. Oder ein Eindruck vom Kino-Klassiker „Fluch der Karibik“ in der speziellen Version der beiden Interpreten.

Und immer wieder glänzten David & Götz durch witzige Pointen. Und zuletzt mit einem dreifachen Boogie Woogie. Das Publikum war hellauf begeistert.

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