Gesundheitswohnpark soll 160 neue Arbeitsplätze schaffen

Mona-Geschäftsführer Hans Beckmann (links) und Verwaltungsmitarbeiter Friedhelm Baudach planen und planen.
Mona-Geschäftsführer Hans Beckmann (links) und Verwaltungsmitarbeiter Friedhelm Baudach planen und planen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Interesse von Investoren an der Neugestaltung des Emmericher Kasernengeländes wächst und wächst. Mona-Geschäftsführer Hans Beekman will im Sommer die Bagger rollen sehen.

Emmerich..  Wenn es nach Hans Beekman ginge, dann könnten schon heute früh die Bagger aufs einstige Kasernengelände an der Bundesstraße 220 rollen. Die Pläne stapeln sich auf den Tischen im Lehrsaalgebäude, die Interessenten werden mehr und mehr. Doch der niederländische Geschäftsführer der am 2. Mai 2013 ins Leben gerufenen Mona-Projektentwicklungsgesellschaft, die das Gelände verplant und dann an Investoren verkauft, muss seine pragmatische Dynamik an die Mühlen der deutschen Bürokratie anpassen.

Doch die mahlen in diesem Planungsfalle bisweilen nicht ganz so langsam, wie gern garstig behauptet wird. „Mitte des Jahres wollen wir mit der ersten Bauphase für das Gesundheitszentrum beginnen“, erklärt Beekman deshalb durchaus optimistisch, „so wie unser Projekt jetzt läuft, sieht es nach einem Erfolg aus.“

Hürden der Verwaltung

Bis die Bagger fahren, sind verwaltungstechnische Hürden zu nehmen. Der angefertigte Entwurfbeschluss der Stadtverwaltung zu neuen Gebäuden, Straßen und Grünflächen auf dem Gelände beispielsweise soll im April für die Bürger öffentlich ausgelegt werden. Einsprüche sind dann möglich. „Läuft alles ideal, dann gibt es im Sommer den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan“, hebt Dr. Stefan Wachs hevor, der 1. Beigeordnete der Stadt.

Das Kasernenprojekt in leicht modifizierter Planform präsentierte Hans Beekman am Montagabend den Ratsfraktionen: „Und ich habe dort die Bereitschaft gespürt, mitzugehen.“ Was sich auch von interessierten Investoren behaupten lässt. Große Resonanz, so Beekman, gibt es auf alle Teilbereiche des Geländes, das von 1969 bis 2008 den Soldaten der Moritz-von-Nassau-Kaserne vorbehalten gewesen war.

Ob schon unterschriftsreife Verträge vorliegen, mochte Beekman nicht sagen. Zwei deutsche Interessenten gibt es zumindest mal für das Reitsportzentrum. Die im Nordwesten des Kasernengeländes platzierte Fläche für alle Pferdesportarten ist mit einem bisher in Stadtbesitz befindlichen Eckgrundstück nebst Bewaldung noch vergrößert worden. Für das angrenzende Projekt „Wohnen mit Pferd“, das um fünf auf 43 Wohneinheiten erweitert wurde, gibt es einige private Kauf- und Mietanfragen.

Der Gesundheitswohnpark im Zentrum der Kaserne wurde bekanntlich an die Evergreen-Gruppe mit Sitz in München vergeben. Der Betreiber zählt seit Januar zur Pariser Korian-Medica-Gruppe, Nummer Eins auf Europas Pflegemarkt.

Das Konzept umfasst die komplette Palette der Betreuung – inklusive eines Wohnangebotes für Demenzkranke. Evergreen ist für den Pflegebereich, die mögliche Kindertagesstätte und das Betreute Wohnen zuständig. Betriebsstart soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 sein.

Für das Medizinische Zentrum gibt es Anfragen von interessierten Ärzten. Das Konzept bearbeitet die Düsseldorfer ReaAct Real Estate, zu der die Mona GmbH gehört. Rund 160 Arbeitsplätze sollen in diesem Komplex entstehen.

Das Gewerbegrundstück am Ostrand der Kaserne interessiert brennend einen niederländischen Bauunternehmer. Dazu gibt es „fünf bis sechs sehr seriöse Firmen, die sich ansiedeln wollen“, wie Beekman betont. Vertreter eines Münchener Unternehmens seien beispielsweise heute in Emmerich vor Ort zu Gast.

Discounter kommt

Die 800 Quadratmeter für einen Lebensmitteldiscounter am Kaserneneingang, wo die Handelsfläche beheimatet sein soll, dürften kein Vermietungsproblem darstellen. „Hier sind alle in Frage kommenden Firmen interessiert“, so Beekman.

Das Einzelhandelskonzept der Stadt allerdings lässt derzeit die Ambition so manch eines Geschäfts ins Leere laufen. Wie beispielsweise Fressnapf. Der Krefelder Tiernahrungsshop würde sich auch gern an der Kaserne ansiedeln.

Übrigens:

Kellergeschosse sind auf dem Kasernengelände künftig eine Rarität. Im Bereich der Hausanlage „Service Wohnen“ ist eine Tiefgarage für Autos geplant. Ansonsten kommen Keller nicht vor, wie Mona-Geschäftsführer Hans Beekman unterstreicht.


Was mit den Bunkern auf dem Gelände passiert, ist noch nicht abschließend entschieden. „Entweder werden sie rausgenommen. Oder zugedeckt. Möglicherweise auch mit Beton abgefüllt“, sagt Beekman. Jedes Gebäude der Kaserne weist bis zu drei Bunker auf.


Das Gewerbegelände ist rund 8,5 Hektar groß, damit 1,2 Hektar mehr als zuvor. Grund ist ein wegfallender Grünwall.