Gesundheit: Feyen geht früher in Pension
03.02.2012 | 17:22 Uhr 2012-02-03T17:22:00+0100
Speelberg. Die Entscheidung, vorzeitig aufzuhören, sei keine Retourkutsche auf das Elternvotum an der katholischen Liebfrauenschule.
Heribert Feyen tritt mit Schuljahresende vorzeitig in den Ruhestand. Aus gesundheitlichen Gründen, wie der 60-Jährige auf NRZ- Nachfrage erklärte: „Das ist der passende Zeitpunkt.“ Der Rektor der katholischen Liebfrauen-Grundschule ist seit längerem krank geschrieben. Die Bezirksregierung Düsseldorf wird die Leiterstelle ausschreiben und zum Sommer neu besetzen. So der Fahrplan.
Der Entschluss, nach fast 40 Jahren im aktiven Schuldienst zum 1. August 2012 vorzeitig auszuscheiden, sei nicht als „Retourkutsche“ gegenüber den Eltern zu verstehen, beteuert Feyen. Die nämlich waren zuletzt seinem Wunsch nicht gefolgt und hatten sich Mitte Januar nicht für die Umwandlung der Bekenntnis- in eine Gemeinschafts-Grundschule ausgesprochen (wir berichteten).
Die Auswirkungen dieses Elternwillens bekommt die Schule freilich prompt zu spüren, schneller als ihr lieb sein dürfte. Denn in dem von Konrektorin Judith Flegel verfassten Elternbrief von Anfang Februar, der der NRZ vorliegt, wird dargestellt, dass im Fall einer Lehrerin Schulaufsicht und Personalrat das Abstimmungsergebnis zur Kenntnis genommen hätten und die Zuweisung der evangelischen Lehrerin als Festanstellung nun nicht mehr zustimmen könnten: „Die schulrechtliche Vorgabe ist hier eindeutig und schreibt vor, dass an einer Bekenntnisschule Kollegen und Kolleginnen des jeweiligen Bekenntnisses unterrichten sollen. Auch in Zukunft werden im Bereich der Festanstellungen keine Ausnahmen mehr möglich sein“, teilt Judith Flegel den Eltern mit.
Evangelische Lehrerin kann nicht bleiben
Nur mit Wohlwollen, aus Rücksichtnahme auf die schulorganisatorischen Angelegenheiten und vor allem im Sinne der Kinder, verzichte die Schulaufsicht auf einen sofortigen Schulwechsel, so dass der Liebfrauenschule besagte evangelische Pädagogin wenigstens noch bis zu den Sommerferien erhalten bleibt.
Heribert Feyen, der in Vrasselt wohnt, kann auf eine bewegte Lehrer-Laufbahn zurückblicken. So unterrichtete er zunächst an der evgl. Albert Schweitzer-Schule und dann 18 Jahre in Praest. Weitere Stationen waren die Liebfrauenschule, Rees und Griethausen. 21 Jahre übte Feyen Leitungsfunktionen aus: „Es war nicht immer einfach.“
Feyen hat sich zu einer Entscheidung durchgerungen: „Die Gesundheit ist mir wichtiger. Ich muss jetzt was tun.“ Bange um die Zukunft seiner Schule sei ihm nicht: „Die Schule ist prima bestellt, Judith Flegel ist eine engagierte Konrektorin.“
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