Gestatten, die Taschen-Dinosaurier von Elten!

Davidson und Goliath, die Landschildkröten von Heike Horn, haben ihren eigenen Garten in Elten.
Davidson und Goliath, die Landschildkröten von Heike Horn, haben ihren eigenen Garten in Elten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Eltener Friseurmeisterin Heike Horn richtet sich im eigenen Garten ein gut 40 Quadratmeter großes Schildkröten-Gehege ein. Auch für Davidson und Goliath.

Elten..  Heike Horns kleiner Traum ist „mindestens dreißig Jahre alt“. Am Ziel ist die Friseurmeisterin zwar noch nicht. Der Anfang aber ist gemacht. Und zwar im Garten hinter dem eigenen Haus. „Ich wollte schon immer Schildkröten haben. Das sind für mich die Taschen-Dinosaurier unserer Tage“, sagt die Eltenerin verschmitzt. Zwei griechische Landschildkröten haben nun ein zu Hause gefunden. Ein ganz spezielles obendrein. Heike Horn ist nicht nur Frisuren-Expertin. Nein, die 50-Jährige legt nun auch noch ein eigenes Schildkrötengehege an. Lockere 40 Quadratmeter groß. Noch in diesem Jahr soll alles fertig sein. Das Material ist schon da. Aus einem alten, mit Folie „gefütterten“ Autoreifen wird beispielsweise ein Wasserlauf geschnitzt.

40-Gramm-Winzlinge

Vielleicht kommt auch noch Zuwachs für das aktuell nach einem Lebensjahr minimalistisch gewachsene Krabbeltier-Duett ins Spiel. Noch brauchen die kleinen Winzlinge, die gerade einmal 40 Gramm wiegen, keinen großen Auslauf. Davidson und Goliath sind dem Namen nach eine kleine Hommage an die liebste Freizeitbeschäftigung von Horns Lebenspartner. „Mein Mann ist Rocker, der gern mit der Maschine unterwegs ist.“ Dass die Hauskatze folgerichtig Harley heißt, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Davidson und Goliath hatten nicht nur gestern Vormittag bereits Sommer. Im glasgeschützten, ausbruchssicheren und ins Erdreich gemauerten Frühbeet – eine Investition von immerhin rund 500 Euro – wärmt Kunstlicht die Luft auf lockere 30 Grad Celsius hoch. Im kleinen Kasten mit Hebedach ist es auch schön feucht. „Das muss so sein“, betont Heike Horn, „sonst bleibt der Schildkröten-Panzer auf Dauer nicht glatt.“

Nachts verziehen sich die Reptilien in ihr geschütztes Schlafhaus. Von November bis März steht der Winterschlaf, besser, die Winterstarre auf dem Plan. „Wenn sie die nicht einhalten, wachsen sie zu schnell“, sagt Heike Horn, „weil sie gern fressen.“ Fuchsien-Blüten, Kakteen, Wildkräuter, Möhren beispielsweise. Aber auch Kalkhaltiges wie Muscheln oder Eierschalen werden gern geknabbert.

Vor allem rote Blüten stehen auf dem Speisezettel oben. „Auf die schießen sie immer als erstes zu“, hat Heike Horn beobachtet. Das Verhalten ist begründet. Schildkröten sehen farbintensiver als Menschen und werden offenbar vom schönen roten Glanz der Fuchsien-Blüten magisch angezogen.

Horns Exemplare können ausgewachsen bis zu 30 Zentimeter im Durchmesser betragen und schlappe 70 bis 100 Jahre alt werden. „Die überleben mich. Aber dann brauche ich wenigstens nicht den Tierarzt zum Einschläfern anrufen“, tröstet sich Heike Horn. Und erinnert sich kurz an ihren zehn Jahre alten, am Ende schwer kranken Labrador-Hund, den sie mal von einem Ungarn-Sommerurlaub mit nach Elten gebracht hatte.

Das Nonplusultra wäre für Heike Horn ein kräftig-großes Exemplar der Galapagos-Schildkröte. Realistisch dürfte der Kauf aber nicht sein: „Dafür müssten wir im Haus ein Zimmer freiräumen. Und den Garten würde uns das Tier sicher auch zerlegen.“